Gleichstellung durchsetzen

Weil gleiche Rechte nicht von selbst entstehen.

Gleichstellung ist nicht selbstverständlich

Frauen verdienen oft weniger, übernehmen mehr Sorgearbeit und stoßen im Beruf häufiger auf Hürden. Gleichzeitig erleben viele Beschäftigte Benachteiligung, weil Strukturen ungerecht sind – nicht weil Leistung fehlt. Wir setzen uns ein für die Gleichstellung aller Frauen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Kurz erklärt – worum geht es?

Gleichstellung heißt: gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Teilhabe in der Arbeitswelt, in Gesellschaft und Politik

Dazu gehören zum Beispiel:

  • faire Bezahlung und gleiche Entwicklungsmöglichkeiten,
  • bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben,
  • Schutz vor Benachteiligung und Diskriminierung,
  • geschlechtergerechte Daten, Planung und Politik.

Gleichstellung ist deshalb nicht nur Frauenpolitik. Sie ist eine Frage von Guter Arbeit, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit.

Das Problem in Berlin und Brandenburg

In beiden Ländern ist Gleichstellung im Arbeitsleben noch längst nicht erreicht. Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Berufen, öfter in Teilzeit und tragen weiterhin einen größeren Teil der Sorgearbeit. Das wirkt sich auf Einkommen, Karrierewege und spätere Renten aus. 

Hinzu kommt: Ungleichheit bleibt oft unsichtbar, wenn Daten fehlen oder nicht genutzt werden. Gerade am Arbeitsmarkt gilt: Nur wer erkennt, wo Benachteiligung entsteht, kann gezielt gegensteuern. Deshalb braucht es eine Politik, die Unterschiede nicht verwaltet, sondern abbaut.

Unsere Forderungen als DGB

Gleichstellung braucht verbindliche Regeln, politische Priorität und gute Rahmenbedingungen im Alltag.

Wir fordern für ein gleichberechtigtes Leben von Männern und Frauen:

  1. Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern 
    im Erwerbsleben, in der Wirtschaft, in Gesellschaft und Politik – das steht auch in der DGB-Satzung, der Grundlage für unser Handeln. Darüber hinaus ist es unser Ziel, die Gleichberechtigung nach Artikel 3 des Grundgesetzes zu verwirklichen.
  2. Wirtschaftliche Eigenständigkeit
    Unser wichtigstes Leitbild ist, dass Frauen finanziell unabhängig sind und ihr Leben selbstbestimmt führen können. Wer selbstbestimmt leben will, muss es sich leisten können. Frauen brauchen finanzielle Sicherheit! Miete, Aus- und Weiterbildung, Familie, Freizeit: Frauen müssen genug verdienen, um ihre Existenz eigenständig zu sichern und im Notfall auch ihre Kinder versorgen zu können. Das gelingt durch starke Tarifverträge und eine Aufwertung von Berufen, in denen besonders viele Frauen arbeiten.
  3. Vereinbarkeit Sorgearbeit und Beruf
    Arbeitszeiten, die zum Leben passen, damit Frauen und Männer ihr eigenes Geld verdienen und sich trotzdem um Familien und Freunde kümmern können. Dass Frauen und Männer die gleichen Möglichkeiten haben , Erwerbstätigkeit und  Verantwortung für Familie und Hausarbeit zu übernehmen.
  4. Gleiche Teilung von Sorgearbeit
    Sich um andere Menschen zu kümmern und den Haushalt zu stemmen soll gleich verteilt, die Partnerschaftlichkeit in Beziehungen gestärkt werden, zum Beispiel durch gute und zuverlässige Betreuungsangebote für Kinder und Pflegebedürftige.
  5. Die Lohnlücke schließen
    Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer. Gewerkschaften setzen sich dafür ein, dass diese Lohnlücke geschlossen wird. Betriebe und Verwaltungen sollen sind zum Beispiel verpflichtet werden, ihre Bezahlungspraxis regelmäßig zu überprüfen, damit Kolleg*innen nicht benachteiligt werden.
  6. Bildung und Berufsorientierung von Klischees befreien
    Mädchen wie Jungen sollten sich frei und unbeeinflusst für einen Beruf entscheiden können. Bildung und Berufsorientierung müssen deshalb  von stereotypen Rollenbildern befreit werden.
  7. Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. 
    Auf Landesebene muss eine flächendeckende medizinische Versorgung und der Zugang zu Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen sichergestellt werden.
  8. Wirksame Maßnahmen gegen Sexismus und Gewalt am Arbeitsplatz. 
    Dafür muss die Prävention von Gewalt und sexueller Belästigung im Sinne des ILO Übereinkommens 190 stärker in den Arbeits- und Gesundheitsschutz verankert werden.
  9. Geschlechtergerechte Transformation der Arbeitswelt.
    Die Arbeitswelt ist im Wandel – durch Digitalisierung, KI und Energiewende. Wir fordern gleiche Weiterbildungschancen für Männer und Frauen ohne Benachteiligung von Teilzeitbeschäftigten.
  10. Gleichstellungscheck für alle politischen Vorhaben, 
    damit sie den unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Frauen und Männern gerecht werden und die Gleichstellung voranbringen.

Was jetzt passieren muss

Schutz vor häuslicher Gewalt

Für viele Frauen ist das eigene Zuhause kein sicherer Ort. Jede dritte Frau in Deutschland ist in ihrem Leben mindestens einmal von Gewalt betroffen. Seit Jahren fordert der DGB die vollständige Umsetzung der Istanbul-Konvention und macht sich für Prävention und den Schutz von Betroffenen stark – auch in Berlin und Brandenburg. 

Das Anfang 2025 beschlossene Gewalthilfegesetz ist ein wichtiger Schritt, um die Situation von Frauen zu verbessern. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an! Ab dem 1. Januar 2027 müssen die Bundesländer laut Gesetz ein flächendeckendes Netz an Schutz- und Beratungsangeboten zur Verfügung stellen. Davon sind wir in Berlin und Brandenburg noch entfernt. Die Landesregierungen sind daher gefordert, die Schutz- und Beratungsangeboten für gewaltbetroffene Frauen auszubauen. 

Stellungnahme Berliner Gewalthilfegesetz

Hilfetelefon

Du selbst erlebst Gewalt oder kennst eine Frau in deinem Umfeld der Gewalt widerfährt und weißt nicht, was du machen kannst?

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben.
Unter der Nummer 116 016 und via Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr unterstützt.

Schutz vor Belästigung am Arbeitsplatz

Mit der #MeToo-Debatte ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz stärker in den Fokus gerückt.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist schwerwiegend: Sie kann das Betriebsklima vergiften und betroffene Beschäftigte krank machen Ein großer Erfolg der Gewerkschaften war die Verabschiedung der ILO Konvention 190 im Jahr 2019: Mit der Konvention existiert nun endlich ein internationales Überein kommen, das verbindliche Mindeststandards regelt und Grenzen setzt, um Beschäftigte vor Gewalt und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen.

Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vorzugehen (§ 12ff. AGG). Sie müssen vorbeugende Maßnahmen treffen, ihre Beschäftigten schulen, im Fall einer sexuellen Belästigung die geeigneten, erforderlichen und angemessenen Maßnahmen gegenüber belästigenden Beschäftigten ergreifen. Hierfür muss jeder Arbeitgeber, unabhängig von der Größe, muss eine betriebliche Beschwerdestelle für Betroffene von Diskriminierung und sexueller Belästigung einrichten und bekannt machen.

Als DGB fordern wir darüber hinaus, den Schutz vor sexualisierter Gewalt und Belästigung stärker in den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu intergieren und Arbeitgeber über ihre Verpflichtungen aufzuklären.

DGB Leitfaden gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Themen

Bildimpressionen Bezirksfrauenkonferenz 2025

Bezirksfrauenkonferenz 2025

Inmitten wachsender sozialer Spannungen und drohender Kürzungen im sozialen Bereich setzen die Delegierten ein starkes Signal: Für Geschlechtergerechtigkeit braucht es eine solidarische Politik, die Frauen stärkt.

Mehr lesen
Demonstration am Internationalen Frauenkampftag 08.03.2026 Feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich

Internationaler Frauentag 2026

Auch in diesem Jahr ruft ein breites feministisches, stadtpolitisches und gewerkschaftliches Bündnis zur Demonstration am Internationalen Frauenkampftag auf.

Mehr lesen

Bezirksfrauenausschuss

Eine starke Stimme des DGB und der Mitgliedsgewerkschaften für die Interessen von Frauen in Berlin und Brandenburg

Mehr lesen

Ausstellungsprojekt

Frauen, Tafelbild, 1973-1974 – Petra Flemming / Nachlass Flemming, C. Flemming (CC-Sa 3.0)

Frauenarbeit – Frauenalltag – Frauenrechte


Ausstellungsprojekt mit Zeitzeuginnen aus Brandenburg

In der Ausstellung geht es um die Situation und die Erfahrungen berufstätiger Frauen in der DDR, nach der Wende und heute.

Mehr lesen

Ansprechpartnerinnen

Anna-Katharina Dietrich

Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik

Samantha Hanke

Assistentin in Bereichen Verwaltung, Organisations- und Veranstaltungsmanagement

Aktuelle Meldungen zu Gleichstellung

Mai 2026

Mehrere zehntausend Menschen demonstrieren in Berlin & Brandenburg am Tag der Arbeit

„Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“

März 2026

Angriffen auf Frauenrechte gemeinsam entgegentreten

Internationaler Frauentag 2026

November 2025

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen. Gewalthilfegesetz umsetzen JETZT!

Region Ostbrandenburg

Oktober 2025

Berliner Kundgebung „Lasst und gewaltfrei leben!“

Region Berlin - Tag gegen Gewalt an Frauen

August 2025

Spen­de für Bar­ni­mer Frau­en­haus

Region Ostbrandenburg

Juli 2025

"Gleich­stel­lung ist kein Spar­pos­ten!"

Bezirksfrauenkonferenz

März 2025

„Tarifverträge sind feministisch!“ 

Dezember 2024

Neue Landesregierung sollte nicht mit einem gleichstellungspolitischen Affront starten

Finanzierung der Brandenburgischen Frauenwochen

Sonntagsöffnung hat keine positiven wirtschaftlichen Effekte - dafür aber erhebliche Nachteile für Arbeitnehmer*innen

Widerspruch

März 2024

Auf­ruf zum In­ter­na­tio­na­ler Frau­en­tag 2024

Region Westbrandenburg

Februar 2024

Feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich

FRAUENTAG: 8. März Demo ab 11:30 Uhr auf dem Oranienplatz in Kreuzberg

Juli 2023

„Akzeptabler Ansatz“ – DGB Berlin-Brandenburg zum Doppelhaushalt 2024/25 für Berlin

Juni 2023

Gemeinsame Deklaration sieht Handlungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Gute Arbeit darf nicht krank machen – für mehr Personal in den Erziehungsberufen

November 2022

ILO-Kon­ven­ti­on JETZT UM­SET­ZEN !!!

Region Westbrandenburg

März 2022

In Potsdam machen Erzieherinnen Frauentag zum Kampftag

Internationaler Frauentag

Frauenrechte und gleiche Bezahlung gehen Hand in Hand

EqualPayDay und Internationaler Frauentag