Die Berliner und Brandenburger Wirtschaft profitiert von den Menschen, die zum Arbeiten zu uns kommen.
Doch auch zugewanderte Arbeits- und Fachkräfte brauchen gute Arbeitsbedingungen.
Sie müssen auf dem Arbeitsmarkt genauso behandelt werden wie inländische Arbeitnehmer*innen. Dazu gehört allem voran mehr Tarifbindung mit Tarifvertrag. Das garantiert, dass Zugewanderte nicht in schlecht bezahlten Jobs zu Dumpinglöhnen festhängen – und leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration.
Die Grundregel für alle Beschäftigten, egal welcher Herkunft und mit welchem Pass, muss lauten: Gleiche Entlohnung am gleichen Ort für die gleiche Tätigkeit. Die Realität sieht leider anders aus: Ein großer Teil der Zugewanderten arbeitet im Niedriglohnbereich. Doch Migrationshintergrund darf kein Niedriglohnrisiko sein! Vor allem die prekären Arbeitsbedingungen, unter denen z. B. Saisonarbeiter*innen massenhaft leiden, müssen eingedämmt werden.
Kurz erklärt – worum geht es?
Zugewanderte Menschen arbeiten häufiger in unsicheren und schlecht bezahlten Jobs.
Warum ist das so?
- Sie haben oft einen unsicheren Aufenthaltsstatus und sind schlechter sozial abgesichert. Wer sich aber nicht darauf verlassen kann, hier bleiben zu können, akzeptiert aus Angst vor Job- und Aufenthaltsverlust eher schlechte Arbeitsbedingungen.
- Häufig fehlen ihnen Sprachkenntnisse. Das erschwert den Zugang zu anspruchsvolleren Jobs. Auch die Kenntnis eigener Rechte ist damit schwierig. Gewerkschaftliche Unterstützung bieten hier beispielsweise die Beratungsstellen von Arbeit und Leben oder das DGB-Beratungsnetzwerk Faire Mobilität.
Werden Qualifikationen nicht, nur teilweise oder verzögert anerkannt, verschlechtern sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt ebenfalls. Auch das macht abhängig von unsicherer oder schlecht bezahlter Arbeit. Hinzu kommen Beschäftigungsformen, die es besonders schwer machen, Rechtsverstöße zu erkennen und die Rechte von Arbeitnehmer*innen durchzusetzen. Dazu gehören z. B. Scheinselbstständigkeit, lange Subunternehmensketten oder die Beteiligung mehrerer Vermittlungsagenturen.
Faire Saisonarbeit
Verstöße gegen Arbeitszeitgesetze, illegale Lohnabzüge und menschenunwürdige Unterkünfte prägen weiterhin den Alltag vieler Saisonbeschäftigter in der deutschen Landwirtschaft.
Trotz steigender Mindestlöhne bleibt die reale Vergütung durch perfide Abzugssysteme oft weit unter dem gesetzlichen Standard.
Siehe dazu Bericht der Initiative Faire Landarbeit “Saisonarbeit in der Landwirtschaft 2025” , und unsere politischen Forderungen zum Umgang mit Saisonbeschäftigten
Unsere Forderungen als DGB
- Mehr Kontrollen und Personal in den zuständigen Aufsichtsbehörden.
Mehr Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit, um die Unterschreitung des Mindestlohns einzudämmen, insbesondere in der Landwirtschaft. Zudem braucht es mehr Kontrollen durch die Arbeitsschutzbehörden– vor allem in Bezug auf die Unterkunftsbedingungen und die Arbeitssicherheit. - Saisonarbeit besser absichern.
Der zeitliche Umfang der kurzfristigen, sozialversicherungsfreien Beschäftigung muss wieder reduziert werden. Saisonarbeiter*innen müssen den Schutz der Kranken- und Rentenversicherung erhalten. - Faire Bezahlung von Saisonbeschäftigten
Schluss mit Forderungen nach Ausnahmen vom Mindestlohn! - Missbrauch von Werkverträgen beenden
Arbeitgeber sollten Werkverträge nicht mehr missbräuchlich nutzen können, um sich vor ihrer Verantwortung zu drücken. - Verbandsklagerecht einführen
Damit Beschäftigte ihre Rechte wirksamer durchsetzen können, braucht es ein gewerkschaftliches Verbandsklagerecht im Arbeitsrecht. - Tarifbindung
Wo Tarifbindung besteht, sind Standards besser durchsetzbar. - Beratung und Ünterstützung
Niedrigschwellig, mehrsprachig, vor Ort erreichbar. Beratungsstellen wie BEMA und die Fachstelle Migration und Gute Arbeit Brandenburg verlässlich finanzieren.
Beratungsstellen in Berlin und Brandenburg
Die Beratungsstellen bei Arbeit und Leben informieren und beraten ausländische Beschäftigte zu ihren Rechten auf dem deutschen Arbeitsmarkt und unterstützen bei der Rechtsdurchsetzung.
Die Beratungsstellen bieten zudem spezialisierte Beratung und Unterstützung für Opfer von Arbeitsausbeutung, Zwangsarbeit und Menschenhandel.