Mindestlohn – damit Arbeit vor Armut schützt

Für viele Beschäftigte reicht der Lohn kaum für Miete, Einkäufe und Energie.

Das ist das Mindeste

Wer arbeitet, muss davon leben können. Doch für viele Beschäftigte reicht der Lohn kaum für Miete, Einkäufe und Energie. Der Mindestlohn ist die unterste Haltelinie gegen Armut trotz Arbeit. Wir setzen uns dafür ein, dass er wirksam vor Niedriglöhnen schützt und regelmäßig angehoben wird. Wirklich gute Löhne gibt es aber nur mit Tarifvertrag.

Warum das Thema dich betrifft

Vielleicht arbeitest du selbst für wenig Geld. Vielleicht kennst du Kolleg*innen, die trotz Vollzeit jeden Euro umdrehen müssen. Dann geht es beim Mindestlohn nicht um eine abstrakte Zahl, sondern um den Alltag: 

  • Reicht der Lohn bis zum Monatsende?
  • Bleibt nach der Miete noch genug übrig?
  • Schützt Arbeit tatsächlich vor Armut? 

Ein zu niedriger Mindestlohn trifft nicht nur einzelne Beschäftigte. Er drückt ganze Branchen, verschärft den Fachkräftemangel und setzt faire Betriebe unter Druck

Kurz erklärt – worum geht es?

Der Mindestlohn ist die gesetzliche Lohnuntergrenze. Seit 1. Januar 2026 liegt er bei 13,90 € pro Stunde. Ab 2027 steigt er auf 14,60 €. Er soll verhindern, dass Beschäftigte für Arbeit so wenig bekommen, dass ein eigenständiges Leben kaum möglich ist. Wichtig ist aber auch: 

  • Der Mindestlohn ersetzt keine Tarifverträge.
  • Er ist die untere Haltelinie, nicht der Maßstab für Gute Arbeit.
  • Wirklich gute Löhne und geregelte Arbeitsbedingungen gibt es vor allem dort, wo Tarifverträge gelten.

Das Problem in Berlin und Brandenburg

In Berlin und Brandenburg arbeiten viele Menschen in Bereichen mit niedrigen Löhnen, hohem Kostendruck und schwacher Tarifbindung. Gerade hier entscheidet der Mindestlohn darüber, ob Arbeit vor Armut schützt oder nicht. 

Besonders brisant wird das dort, wo öffentliche Gelder fließen. Wenn Aufträge an Unternehmen gehen, die nur das absolute Minimum zahlen, entsteht Druck auf Löhne und Arbeitsbedingungen. Deshalb reicht ein gesetzlicher Mindestlohn allein nicht aus. Es braucht auch klare Regeln bei öffentlichen Aufträgen und eine wirksame Kontrolle.

Unsere Forderungen als DGB

Ein Mindestlohn muss wirksam schützen – und er muss mit der Lebensrealität Schritt halten.

Wir fordern:

  1. Einen armutsfesten Mindestlohn.
    Wer arbeitet, darf nicht arm sein oder aufstocken müssen.
  2. Klare Regeln bei öffentlichen Aufträgen.
    Der Vergabemindestlohn muss sich an der untersten Lohngruppe des Tarifvertrags der Länder orientieren – einschließlich Jahressonderzahlung – und dynamisch mitsteigen.
  3. Mehr Kontrolle und bessere Durchsetzung.
    Mindestlöhne nützen nur, wenn Verstöße tatsächlich entdeckt und geahndet werden. Deshalb müssen Einhaltung und Kontrolle gestärkt werden.
  4. Tarifverträge stärken.
    Der Mindestlohn ist wichtig, aber gute Löhne entstehen vor allem dort, wo Tarifverträge gelten. Tarifbindung bleibt der Goldstandard.

Was jetzt passieren muss

  • Politik muss den Mindestlohn so ausgestalten, dass er echte Schutzwirkung hat – und Lohndumping über öffentliche Aufträge verhindern.
  • Arbeitgeber müssen faire Löhne zahlen statt Geschäftsmodelle auf Billiglöhnen aufzubauen.
  • Beschäftigte brauchen Tarifbindung und starke Interessenvertretung, damit aus der Lohnuntergrenze gute Einkommen werden. 

Der Mindestlohn ist kein Luxus. Er ist die Basis für Respekt, soziale Sicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen.

Häufige Fragen

Reicht der Mindestlohn aus, um Gute Arbeit zu sichern?

Nein. Er schützt nach unten, ersetzt aber keine Tarifverträge, keine Mitbestimmung und keine guten Arbeitsbedingungen. 
Aus gewerkschaftlicher Sicht ist er immer nur die zweitbeste Lösung.

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