Strukturwandel passiert –
die Frage ist, WIE

Kohleausstieg in der Lausitz, grüner Stahl in Eisenhüttenstadt, PCK-Raffinerie in Schwedt:

Wir setzen uns dafür ein, dass Transformation sozial gerecht gelingt

Warum das Thema dich betrifft

Tarifbindung, Mitbestimmung und Qualifizierung.

Wenn Betriebe umbauen, verschwinden nicht nur Prozesse – es verändert sich der Alltag:

  • Jobs werden unsicher, Teams werden umgebaut.
  • Neue Technik kommt, aber oft fehlt Zeit für Qualifizierung.
  • Regionen geraten unter Druck, wenn ein großer Arbeitgeber wankt.

Viele Beschäftigte erleben Transformation als Daueranspannung: „Was heißt das für meinen Job? Für meinen Standort? Für meine Ausbildung?“

Unser Punkt ist: Transformation darf nicht gegen Beschäftigte laufen. Sie muss mit ihnen gestaltet werden

Kurz erklärt – worum geht es?

Strukturwandel bedeutet: Branchen und Regionen verändern sich grundlegend.

Transformation heißt: Umbau von Wirtschaft und Arbeit – etwa hin zu klimaneutraler Produktion, moderner Infrastruktur und neuen Wertschöpfungsketten.

Das gelingt nur, wenn drei Dinge zusammenkommen:

  • Planung und Investitionen (nicht nur Ankündigungen)
  • Beteiligung und Mitbestimmung (damit Beschäftigte nicht übergangen werden)
  • Qualifizierung (damit neue Jobs auch gute Jobs werden)

Das Problem in Berlin und Brandenburg

Transformation ist kein Selbstläufer. Sie braucht Rahmen, Beteiligung und Planung – und Gewerkschaften, die sich einmischen. 

Berlin: Berlin ist eine moderne Industriestadt mit Schwerpunkten u. a. in Gesundheitswirtschaft, Mobilitätsund Energietechnik. Industriepolitik, Digitalisierung und Dekarbonisierung müssen so gestaltet werden, dass gute Arbeitsplätze gesichert und neue aufgebaut werden. 

Brandenburg: In Brandenburg zeigt sich Strukturwandel besonders deutlich: 

  • Lausitz: Kohleausstieg und sozial-ökologischer Umbau – Strukturwandel ist mehr als Braunkohle. Ausbildung, Infrastruktur und politische Steuerung entscheiden über die Zukunft der Region.
  • Eisenhüttenstadt: Umbau Richtung grüner Stahl – mit hohem Investitions- und Qualifizierungsbedarf.
  • Schwedt: Die Zukunft der PCK-Raffinerie betrifft Beschäftigung, regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit. 

Die Risiken sind klar: Wenn Politik nur verwaltet, drohen Jobverluste, Abwanderung und Frust. Wenn Unternehmen „modernisieren“, ohne Beschäftigte mitzunehmen, geht Wissen verloren – und der Wandel wird unsozial.

Unsere Forderungen als DGB

Transformation gelingt nur, wenn Gute Arbeit Leitprinzip der Wirtschaftspolitik ist: tariflich abgesichert, mitbestimmt, qualifiziert – und durch öffentliche Investitionen aktiv gefördert.

Wir fordern:

  1.  Keine Förderung ohne Tarifbindung und Arbeitsplatzsicherung. 
    Öffentliche Mittel müssen an verbindliche Kriterien geknüpft sein.
  2. Strukturwandel planen statt verwalten. 
    Politische Steuerung braucht klare Ziele, Zeitpläne und Mittel – nicht nur Konzepte.
  3. Beteiligung verbindlich machen. 
    Transformation braucht echte Sozialpartnerbeteiligung und Mitbestimmung, damit Beschäftigte nicht übergangen werden.
  4. Qualifizierung ausbauen und regional verankern. 
    Lebenslanges Lernen braucht Infrastruktur, regionale Verbünde und Angebote, die auch kleine und mittlere Unternehmen erreichen.
  5. Regionen stärken: Infrastruktur, Ausbildung, Perspektiven. 
    Gerade in der Lausitz entscheidet sich Zukunft auch an Berufsschulen, Ausbildungsplätzen und Mobilität.

Was jetzt passieren muss

Damit Transformation nicht spaltet, braucht es klare Verantwortlichkeiten:

  • Politik muss Investitionen steuern, Fördermittel an Gute Arbeit koppeln und regionale Perspektiven 
    schaffen.
  • Unternehmen müssen Beschäftigte einbinden, Qualifizierung ermöglichen und Tarifbindung 
    sichern.
  • Beschäftigte brauchen starke Interessenvertretungen, damit Wandel fair verläuft – in Betrieben, 
    Regionen und Gremien.
     

Häufige Fragen

Heißt Transformation automatisch Jobabbau? 

Nein. Aber ohne klare Regeln, Investitionen und Mitbestimmung drohen Jobverluste und schlechtere Bedingungen. Mit Tarifbindung, Mitbestimmung und Qualifizierung kann Wandel gute Arbeit sichern und neue Perspektiven schaffen.

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