„Tarifverträge sind feministisch!“ 

Gewerkschaftliche Demonstration zum Frauentag nimmt Arbeitswelt und Kürzungspolitik in den Fokus

Datum

Ordnungsnummer PM 005

Unter dem Motto „feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich“ ruft ein breites Bündnis aus DGB-Gewerkschaften, Verbänden, stadtpolitischen und feministischen Initiativen zur gemeinsamen Demonstration am Internationalen Frauentag in Berlin auf. Ziel ist es, ein starkes Zeichen für Gleichstellung, Geschlechter- und Verteilungsgerechtigkeit, ein Ende der Kürzungspolitik und für Gute Arbeit zu setzen.    

Der DGB Berlin-Brandenburg stellt an diesem Tag bewusst die Gleichstellung in der Arbeitswelt in den Fokus. „Finanzielle Unabhängigkeit und gerecht verteilte Sorgearbeit sind der Schlüssel zu echter Gleichstellung von Frauen – am Arbeitsplatz, aber auch in der Gesellschaft“, betont Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg. 

Die Gewerkschaften setzen sich deshalb für eine Umverteilung von unbezahlter Sorgearbeit ein, die immer noch mehrheitlich von Frauen geschultert wird. So arbeiteten 2023 in Berlin fast die Hälfte der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Teilzeit (41,8 Prozent), während nur knapp ein Viertel der Männer in sozialversicherungspflichtigen Jobs ihre Arbeitszeit reduziert haben (24 Prozent). „Wir müssen die Männer in die Pflicht nehmen“, sagt Nele Techen. „Dafür brauchen Beschäftigte mehr Zeitsouveränität und Arbeitszeiten, die zum Leben passen“. 

Tarifverträge und betriebliche Mitbestimmung seien der Schlüssel für Verbesserungen, erklärt Techen: „Tarifverträge sind feministisch! Warum? Wenn Unternehmen tarifgebunden sind, erhalten Frauen dort höhere Löhne und Gehälter als in Betrieben ohne Tarifbindung – im Schnitt rund 3,60 Euro mehr in der Stunde. Das macht viel aus am Monatsende, aber auch später in der Rente, denn Altersarmut ist immer noch hauptsächlich weiblich. Außerdem schaffen Tarifverträge Transparenz, legen Gehaltstabellen offen und schaffen Rechtssicherheit – insbesondere dann, wenn ein Betriebs- oder Personalrat für die Einhaltung und korrekte Anwendung des Tarifvertrags sorgt.“

Die Berliner Landesregierung kürzt aktuell in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Jugend und Soziales, und auch auf Bundesebene wurden wichtige Vorhaben wie die Kindergrundsicherung kaputtgespart und blockiert. „Aufgrund unterschiedlicher Lebensrealitäten von Frauen – sie verfügen über weniger Einkommen und Vermögen, sie sind viel häufiger alleinerziehend – benötigen Frauen stärker als Männer einen handlungsfähigen Staat”, sagt Techen, „denn dieser gewährleistet die öffentliche Daseinsvorsorge und investiert in die Infrastruktur. Kürzungen an dieser Stelle treffen Frauen ungleich härter.“

Mit Sorge blickt Techen auf die aktuellen politischen Entwicklungen: „Das Erstarken rechtskonservativer Kräfte bremst Gleichstellung von Frauen und queeren Menschen nicht nur aus, sondern gefährdet auch bereits erkämpfte Errungenschaften – weltweit, aber auch hier in Europa, in Deutschland und in unserer Region. Für uns Gewerkschaften ist klar: Die AfD ist keine Alternative – nicht für Beschäftigte, nicht für Frauen, queere Menschen und deren Rechte. Auch deshalb ist es gut, dass wir heute in einem breiten Bündnis gegen dieses Rollback auf die Straße gehen.“

Nele Techen wird am Samstag, 08.03.2025, ab 12:30 Uhr bei der Auftaktkundgebung am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg sprechen und steht dort auch für Interviews zur Verfügung.

Bitte kontaktieren Sie Frau Andrea Weingart, Tel.: 0177-59 63 859.

 

Hintergrundinformationen zur Demo und eine Übersicht über zahlreiche weitere Aktivitäten des DGB zum Internationalen Frauentag auch in Brandenburg finden Sie auf unserer Website:
https://berlin-brandenburg.dgb.de/frauentag2025

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