Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 37/11 - 19.07.2011
Fachkräfteanwerbung in Südeuropa

Lohndrückerei verschreckt auch Akademiker

Die Fachkräfteanwerbung in Südeuropa hält der DGB für zu kurz gesprungen. Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg verweist auf das Fachkräftepapier der Bundesagentur für Arbeit, in dem die Forderungen stünden, weniger Studienabbrecher zuzulassen sowie Ältere zu motivieren, länger in den Betrieben zu bleiben. Zudem sollte die Frauenerwerbsquote erhöht werden. Dafür hätten die Unternehmen bislang zu wenig beigetragen: Die mangelnde Ausbildungsbereitschaft habe den Fachkräftemangel noch verschärft; auch jetzt würden die Ausbildungsquoten noch abgesenkt.

Der Ruf nach Fachkräften werde unglaubwürdig, wenn gleichzeitig die Bundesregierung Milliarden Euro bei der Qualifizierung und Weiterbildung einspare: Diese Art von Arbeitsmarktpolitik sei kontraproduktiv und verhöhne die Erwerbslosen, so die DGB-Vorsitzende. Der Bund habe allein bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik für die Region Berlin-Brandenburg den Finanztopf um 28 Prozent verkleinert.

Zinke sagte, es müsse die politisch Verantwortlichen sowie die Unternehmer nachdenklich stimmen, dass jeder zweite Akademiker nach seinem Abschluss die Hauptstadt wieder verlasse. Als Ursache sieht sie u.a. das geringere Gehaltsniveau in Berlin, wo die Gehälter im Durchschnitt 20-25 Prozent unter Westniveau lägen. In Berlin als Stadt der Wissenschaft, in der überproportional viele Hochqualifizierte beschäftigt seien (Berlin: 13,1% Anteil an Erwerbstätigen, Hamburg: 11,2 Prozent), müsse auf das Einkommen mehr Wert gelegt werden. Mit Lohndrückerei und Billiglöhnen lasse sich keine Fachkraft hinter dem Ofen vorlocken, so Zinke.

Die Fachkräfteanwerbung in Südeuropa hält der DGB für zu kurz gesprungen. Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg verweist auf das Fachkräftepapier der Bundesagentur für Arbeit, in dem die Forderungen stünden, weniger Studienabbrecher zuzulassen sowie Ältere zu motivieren, länger in den Betrieben zu bleiben. Zudem sollte die Frauenerwerbsquote erhöht werden. Dafür hätten die Unternehmen bislang zu wenig beigetragen: Die mangelnde Ausbildungsbereitschaft habe den Fachkräftemangel noch verschärft; auch jetzt würden die Ausbildungsquoten noch abgesenkt.

 

Der Ruf nach Fachkräften werde unglaubwürdig, wenn gleichzeitig die Bundesregierung Milliarden Euro bei der Qualifizierung und Weiterbildung einspare: Diese Art von Arbeitsmarktpolitik sei kontraproduktiv und verhöhne die Erwerbslosen, so die DGB-Vorsitzende. Der Bund habe allein bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik für die Region Berlin-Brandenburg den Finanztopf um 28 Prozent verkleinert.

 

Zinke sagte, es müsse die politisch Verantwortlichen sowie die Unternehmer nachdenklich stimmen, dass jeder zweite Akademiker nach seinem Abschluss die Hauptstadt wieder verlasse. Als Ursache sieht sie u.a. das geringere Gehaltsniveau in Berlin, wo die Gehälter im Durchschnitt 20-25 Prozent unter Westniveau lägen. In Berlin als Stadt der Wissenschaft, in der überproportional viele Hochqualifizierte beschäftigt seien (Berlin: 13,1% Anteil an Erwerbstätigen, Hamburg: 11,2 Prozent), müsse auf das Einkommen mehr Wert gelegt werden. Mit Lohndrückerei und Billiglöhnen lasse sich keine Fachkraft hinter dem Ofen vorlocken, so Zinke.


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