Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 38/13 - 26.09.2013

Ausbeutung bei der Gurkenernte !?

DGB erweitert seine Beratungsangebote

Rumänische Helfer für die Gurkenernte im Spreewald zahlten für die Vermittlung nach Deutschland hohe Provisionen. Ihnen wurden die Pässe entzogen durch den Arbeitgeber und sie schufteten für Armutslöhne: Wer auf seine Rechte pochte, wurde fristlos gekündigt. Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft, wie es im Deutsch des Bundeskriminalamtes etwas umständlich klingt, ist in Deutschland ein Kriminalitätsproblem mit sehr hoher Dunkelziffer. Viele Betroffene haben Angst vor Repressalien und Gewalt sowie häufig hohe Schulden. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf schätzt weltweit 21 Millionen Opfer von Zwangsarbeit: ein Phänomen, das zunehmend auch in unseren Breitengraden auftaucht.

Ausgebeutete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten in Brandenburg vor allem auf dem Bau, in der Gastronomie sowie der Landwirtschaft. In Deutschland ist Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung und der sexuellen Ausbeutung seit 2005 in dem §232 und §233 des Strafgesetzbuches als Delikt verankert.

„Diese Menschen brauchen Hilfe, wir müssen ihnen eine Stimme geben und den Polizeibehörden muss die Möglichkeit eröffnet werden, internationale Täterstrukturen zu zerschlagen“, formulierte die DGB-Vorsitzende von Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, anlässlich der Eröffnung zweier neuer Beratungsstellen in Potsdam und Frankfurt/Oder (eine weitere Anlaufstelle befindet sich im Berliner DGB-Haus). Die Betroffenen sollten nicht nur über ihre tariflichen Rechte aufgeklärt werden, ihnen müsse auch eine Rechtsberatung angeboten werden, um sich wehren zu können, so Zinke.

In Potsdam ist das Büro im DGB-Haus, Breite Str. 9a, Raum 116, donnerstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet; in Frankfurt/Oder am Zehmeplatz 11 (Raum 306) immer dienstags von 10 bis 15 Uhr. Die Beratung erfolgt u.a. auf Rumänisch, Bulgarisch, Kroatisch und Serbisch. Weitere Sprachen sind auf Anfrage möglich.

Mehr auf den BGMA-Seiten des DGB Berlin-Brandenburg

siehe auch: buendnis-gegen-menschenhandel.de


Nach oben

Ansprechpartnerin Presse

Nina Lepsius

Nina Lepsius

Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

Gleichstellungspolitik


Tel. 030 21240-111
Fax: 030 21240-114

nina.lepsius@dgb.de

 

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
Berlin muss gute Arbeit für alle Menschen durchsetzen
Senatsverwaltung und Deutscher Gewerkschaftsbund setzen sich gemeinsam dafür ein, dass Berlin Stadt der guten Arbeit wird und keinen Raum für Ausbeutung und prekäre Beschäftigung lässt. Auch mit Beratungsangeboten soll ausbeuterischen Verhältnissen und der Missachtung von Arbeitsrechten entgegengewirkt werden. Am Mittwoch hat die Bürgermeisterin und Senatorin Dilek Kolat das Beratungsbüro für Entsandte Beschäftigte (BEB) besucht, das seit dem 1. Januar 2016 von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen gefördert wird. Zur Pressemeldung
Pressemeldung
DGB zur „Fachkräftemangel“-Debatte: Wir brauchen gute Ausbildung und gute Arbeit
„Wer Fachkräfte sucht, muss gute Ausbildung und gute Arbeit bieten“, sagt die DGB-Bezirksvorsitzende Berlin-Brandenburg Doro Zinke zur IHK-Voraussage eines künftigen Fachkräftemangels in Berlin. Gerade in einigen der Branchen, für die die Kammer einen Personalmangel befürchtet, hapert es an der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen. „Die Arbeitgeber müssen lernen, dass sie Fachkräfte nicht zu jeder Bedingung bekommen“, sagt die DGB-Vorsitzende. Zur Pressemeldung
Artikel
DGB-Konferenz "Prekäre Beschäftigung": Dokumentation liegt vor
Unter dem Titel „Prekäre Beschäftigung in Berlin“ fand am 19. Januar eine DGB-Konferenz statt, die den Untertitel „Berichte aus der Arbeitswelt“ trug. Denn es ging nicht um eine abstrakte Auseinandersetzung, sondern um die Sicht der Betroffenen. Betriebs- und Personalräte sowie betroffene Arbeitnehmer/innen stellten Beispiele prekärer Arbeit dar. Die Konferenzbeiträge sind in einer Dokumentation zusammenfasst wiedergegeben, die nun vorliegt. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten