Sichtbar. Stark. Gleichberechtigt.

Gemeinsam für faire Löhne, echte Führungsvielfalt und gerechte Verteilung von Sorgearbeit - die DGB-Frauen in Westbrandenburg

Worum geht es?

Frauen in der Region: Starke Gewerkschaften, starke Gleichstellung – für alle Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

Frauen arbeiten viel. Aber viel zu oft unbezahlt, wenn sie sich um Kinder und Pflegebedürftige kümmern oder den Haushalt stemmen. Häufig viel zu schlecht bezahlt, vor allem in den frauendominierten sozialen und personennahen Dienstleistungen, in Teilzeit und in geringfügiger Beschäftigung. Und viel zu selten in Leitungsfunktionen, als Schichtführerin, Filialleiterin, Oberärztin oder Geschäftsführerin. Das muss sich ändern. 

Die Region Westbrandenburg ist Teil der Frauen im Deutschen Gewerkschaftsbund. Gemeinsam vertreten wir rund zwei Millionen Frauen der acht Mitgliedsgewerkschaften. Ob Facharbeiterin in der Automobilindustrie, Altenpflegerin, Berufseinsteigerin oder Rentnerin in Vorbereitungen – wir kämpfen für faire Löhne, sichere Arbeitsverträge und echte Gleichstellung in Wirtschaft, Gesellschaft, Öffentlichkeit und Politik.

Gemeinsam mit unsere Mitgliedsgewerkschaften entwickeln wir Ideen, Strategien und konkrete Forderungen, um Frauen sichtbare Perspektiven, gerechte Chancen und bessere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Gegenüber Politik und Wirtschaft arbeiten wir daran, wirkliche Gleichstellung, so wie sie im Grundgesetzt verankert ist, voranzutreiben.

Eigenständige Existenzsicherung

Die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen durch eine gleichberechtigte Teilhabe im Erwerbsleben zu ermöglichen, ist ein zentrales Ziel von uns und unseren Mitgliedsgewerkschaften. Wirtschaftliche Unabhängigkeit bedeutet, jetzt und in Zukunft mit dem eigenen Gehalt für sich selbst sorgen zu können – unabhängig von Angehörigen (wie dem Ehepartner) oder staatlichen Transferleistungen (wie der Grundsicherung). Voraussetzung dafür ist ein existenzsicherndes Einkommen, mit dem Miete und Nebenkosten, Versicherungsbeiträge, Ausgaben für Lebensmittel, Freizeitaktivitäten und Altersvorsorge gedeckt werden können. 

Wirtschaftliche Unabhängigkeit ist deshalb so wichtig, weil sie die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben ist. Die meisten Frauen in Deutschland sind allerdings von echter wirtschaftlicher Unabhängigkeit weit entfernt. Das zeigt unsere Analyse: 4 von 10 Frauen können trotz Erwerbstätigkeit mit ihrem eigenen Erwerbseinkommen nicht den unmittelbaren Bedarf für sich selbst decken. Über 60 Prozent der Frauen können mit ihrem Einkommen nicht langfristig für sich vorsorgen. Die Ergebnisse sind alarmierend, denn die Folgen wirtschaftlicher Abhängigkeit sind gravierend: Sie bedeuten für die betroffenen Frauen eine mangelnde soziale Absicherung über den Lebensverlauf hinweg und ein hohes Risiko für Altersarmut.

Entgeltgleichheit

Die Entgeltlücke – auch Gender Pay Gap genannt – liegt in Deutschland für 2024, gemessen am durchschnittlichen Bruttostundenverdienst bei 16 Prozent und damit über dem EU-Durchschnittswert von 12 Prozent. 

Für 2023 berechnete das Statistische Bundesamt einen Verdienstabstand von 4,46 Euro/Stunde (brutto) zwischen Männern und Frauen. Politischer Aktionstag ist der Equal Pay Day. Dieser symbolisiert den Tag, bis zu demFrauen über das Ende des Vorjahres hinaus arbeiten müssen, um die gleiche Lohnsumme wie Männer zu erreichen. Bemerkenswert ist der unterschiedliche Gender Pay Gap in West- und Ostdeutschland. Die Differenz reicht von 22 Prozent in Baden-Württemberg bis zu 7 Prozent in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Der größte Teil der Entgeltlücke von derzeit 16 Prozent lässt sich durch verschiedene Ursachen zwar erklären, aber nicht rechtfertigen. Daneben existiert noch ein unerklärter Rest von 6 Prozent, der als bereinigter Gender Pay Gap bezeichnet wird. 

Der Gender Gap Arbeitsmarkt erweitert die Entgeltlücke um die Faktoren der bezahlten Arbeitszeit und der Erwerbstätigen (Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung). Damit kann ein erweiterter Blick auf die Verdienstsituation von Frauen und Männern geworfen werden. In Deutschland liegt er aktuell bei 37 %. 

Das heißt, nicht nur der Stundenlohn von Frauen ist niedriger, sondern auch die Teilhabe am Erwerbsleben. Zudem arbeiten Frauen deutlich öfter in Teilzeit. Damit werden maßgeblich die monatlichen finanziellen Möglichkeiten aber auch die dauerhafte finanzielle und soziale Absicherung im Alter beeinflusst. 

Gleichstellung ist kein Nice-to-have
Gleichstellung ist kein Bonus, sie ist Grundrecht. Frauen verdienen gerechte Bezahlung, Anerkennung und Mitbestimmung - jeden Tag, in jeder Branche. Dafür kämpft der DGB Westbrandenburg mit seinen 8 Mitgliedsgewerkschaften lokal und regional vor Ort.
Hella Hesselmann, Regionsgeschäftsführerin

Sexismus am Arbeitsplatz

In der Arbeitswelt äußert sich Sexismus in Form von Benachteiligung auf ganz unterschiedliche Weise: Das kann die unterschiedliche Bezahlung, eine ungleiche Leistungsbewertung aber auch die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie sein. 

Frauen erleben Sexismus oft durch herabwürdigendes Verhalten, sexistische Kommentare und andere Grenzüberschreitungen. Diese Formen der Machtausübung schüchtern Frauen oft ein und sollen sie an „ihren gesellschaftlichen Platz“ verweisen. Sexualisierte Belästigung beginnt längst vor körperlichen Übergriffen und hat enorme Folgen für die Betroffenen.

Umverteilung von Sorgearbeit

Die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit ist eine der wichtigsten Ursache für die mangelnde Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt. Männer konzentrieren sich immer noch auf ihr berufliches Vorrankommen und ihre Karriere, während Frauen und vor allem Mütter den Mammutanteil der Haus- und Familienarbeit leisten. 

In der Folge arbeite die Frau bei den meisten heterosexuellen Paaren mit Kindern in (geringfügiger) Teilzeit. Der Mann ist hingegen oft in Vollzeit erwerbstätig. 

Diese “klassische” Rollenverteilung entspricht oft nicht den Wünschen vieler Paare. Eine Ursache ist, dass widersprüchliche staatliche Anreize diese Lebensmodell ökonomisch am sinnvollsten erscheinen lassen. 

Strukturelle Rahmenbedingungen verhindern, dass Männer und Frauen gleichermaßen in die Lage versetzt werden, die Erwerbs- und Reproduktionsarbeit nach ihren Vorstellungen zu gestalten. 

Die Chancengleichheit auf Sicherung der Existenz und wirtschaftliche Eigenständigkeit sind in der deutschen Gesellschaft nicht verwirklicht. 

Die Organisation von Arbeit darf nicht ohne den Blick auf die unbezahlte Pflege- und Sorgearbeit erfolgen. Dieser Teil muss zwingend in den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Diskurs einbezogen werden. 

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