Interessenvertretung im Kalten Krieg. Die Berliner Gewerkschaften 1945 bis 1971
Diskussionsveranstaltung mit Katja Karger, Dieter Scholz und Henning Fischer
Berlin stand wie keine andere Stadt im Brennpunkt des Kalten Krieges, nirgendwo waren Einheit, Spaltung und Konflikt so verbunden wie hier. Auch die Berliner Gewerkschaften befanden sich zwischen 1945 und 1971 in einer einzigartigen Situation. Obwohl sich ihre Geschichte auf dramatische Weise mitten im Kalten Krieg abspielte, ist sie bisher erstaunlicherweise wenig erforscht.
Dr. Henning Fischer (Universität Leipzig) wird aus seinem laufenden Forschungsprojekt zur Berliner Gewerkschaftsgeschichte dieses Geschehen mit Schlaglichtern beleuchten, aus der Zeit von der Entstehung des Kalten Krieges bis zum Beginn der Entspannungspolitik. Insbesondere in den Phasen der Nachkriegszeit, um den 17. Juni 1953 und in den 1960er Jahren gibt es auf allen Ebenen einer Gewerkschaftsbewegung, vom Betrieb bis zum Vorstand, viel zu entdecken.
Katja Karger (Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg), wird mit Dieter Scholz (Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg von 1998-2010) über das Forschungsprojekt und Fragen und Probleme der Berliner Gewerkschaftsgeschichte sprechen.
Im Fokus des Forschungsprojekts stehen dabei die Gewerkschaftsstrukturen in Betrieb und Bezirk, sowie die verschiedenen Formen, die die Interessenvertretung der Lohnarbeitenden annahm: Von Wiederaufbau und Demokratisierung 1945 über die Spaltung des FDGB Groß-Berlin und die Gründung des DGB Landesverbands Berlin bis zur Rolle des FDGB Berlin gegenüber der Arbeiter*innenbewegung im Juni 1953 und das Verhältnis der Westberliner Gewerkschaften zu den sozialen Bewegungen von 1968.