„Die Stagnation am Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg hält weiter an, obwohl der Bedarf an Fachkräften weiter hoch ist. Umso wichtiger ist es, jetzt auf Aus- und Weiterbildung zu setzen. Ein besonderes Augenmerk muss dabei auf der steigenden Zahl Jugendlicher ohne Berufsabschluss liegen. Die anhaltend hohe Jugendarbeitslosigkeit ist ein ernstes Problem. Krisenzeiten erschweren den Berufseintritt für junge Menschen, weil Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhaltend sind. Hinzu kommt der Mangel an Ausbildungsplätzen, der sich insbesondere in Berlin im letzten Jahr noch einmal verschärft hat. Hier muss dringend gegengesteuert werden, denn das Risiko, arbeitslos zu werden, ist ohne Ausbildung sechsmal höher als für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Unternehmen werden ihrer Verantwortung nicht gerecht, ihren Anteil an der Ausbildung der dringend benötigten Fachkräfte zu leisten. Das Gesetz für eine solidarische Ausbildungsplatzumlage, das in Berlin bereits im parlamentarischen Verfahren ist, muss deshalb zügig kommen.“
Der DGB fordert Maßnahmen für bessere Qualifizierung, um das Risiko der Erwerbslosigkeit zu mindern. Der DGB setzt sich insbesondere in Berlin für eine gesetzliche Ausbildungsumlage ein. Mit ihr werden die Investitionskosten ausbildender Betriebe in die Fachkräftegewinnung solidarisch verteilt und so auch ein Anreiz gesetzt für mehr betriebliche Ausbildung. Berlin hat, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, bereits einen Gesetzentwurf für eine solidarische Ausbildungsplatzumlage auf den Weg gebracht. Der DGB fordert, dass das Gesetz noch vor der Sommerpause verabschiedet wird. Damit nicht immer mehr junge Menschen ohne Berufsabschluss bleiben, braucht es zudem eine Ausbildungsgarantie, die allen den Zugang zu einer vollqualifizierenden beruflichen Erstausbildung eröffnet. Die duale betriebliche Ausbildung muss dabei immer Vorrang haben. Für alle, die es trotz intensiver Bemühungen keinen Ausbildungsplatz bekommen, muss es ein gleichwertiges Angebot für außerbetriebliche Ausbildung geben.