DGB übergibt Arbeitssenatorin Appell für mehr Ausbildungsplätze in Berlin

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Ordnungsnummer PM 015

Dachzeile Ausbildungsumlage

Mit einem eindringlichen Appell für mehr und bessere Ausbildungsplätze in Berlin wenden sich Spitzenvertreter*innen von Gewerkschaften, Jugendorganisationen und Vertretern aus dem Handwerk an die Berliner Arbeitssenatorin: Sie fordern die Einführung einer solidarisch finanzierten Ausbildungsumlage. Über 300 Unterstützer*innen haben den Appell bislang unterzeichnet. DGB und Jugendvertreter*innen haben die Unterschriften heute offiziell an Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe übergeben.

„Wer Fachkräfte will, muss ausbilden – und zwar gut!“, lautet die zentrale Botschaft des vom DGB Berlin-Brandenburg initiierten „Berliner Appells für eine Ausbildungsumlage“, den prominente Erstunterzeichner*innen unterstützen, darunter Gewerkschaftsspitzen, zahlreiche Jugend- und Auszubildendenvertreter*innen sowie Arbeitnehmervertreter*innen der Handwerkskammer Berlin. Insgesamt konnte der DGB Berlin-Brandenburg heute rund 300 Unterschriften an Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe übergeben.

„Der Appell macht deutlich: Berlin steht beim Thema Ausbildung schlecht da. Kein anderes Bundesland hat so viele unversorgte Bewerber*innen und so wenige ausbildende Betriebe. Neun von zehn Berliner Betrieben bilden nicht aus – das darf kein Dauerzustand bleiben”, sagt Mailin de Groot, Bezirksjugendsekretärin des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg. Die Unterzeichner*innen setzen sich vor diesem Hintergrund für die Einführung einer umlagefinanzierten Ausbildungsförderung ein. Die Ausbildungsumlage sei ein wirksames und solidarisches Instrument, um mehr Ausbildungsplätze zu schaffen, deren Qualität zu verbessern und insbesondere kleinen Betrieben die Ausbildung zu erleichtern. „Berlin braucht mehr und bessere Ausbildungsplätze – und die Ausbildungsumlage ist ein zentraler Hebel, dieses Ziel zu erreichen“, unterstreicht de Groot.

Der von der Arbeitssenatorin erstellte Referentenentwurf für eine solche Ausbildungsumlage war zuletzt auf Kritik aus der Wirtschaft gestoßen. Auch in der Koalition regte sich Widerstand, das Vorhaben plangemäß zu realisieren. Die Initiator*innen des Appells hoffen nun auf ein klares Signal aus der Politik: „Die politisch Verantwortlichen dürfen sich nicht durch den interessengeleiteten Widerstand Einzelner, die gegen das solidarische Umlagemodell mobilisieren und auf Zeit spielen, irritieren lassen. Die Umlage ist weder Allheilmittel noch Zauberstab, aber sie ist ein Werkzeug, das wirkt – das zeigen bestehende Modelle aus anderen Branchen”, erklärt Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg.

Begleitend zum Appell hat der Gewerkschaftsdachverband eine Liste mit „Zehn guten Gründen für die Ausbildungsumlage“ veröffentlicht. Diese reichen von mehr Chancengleichheit für Jugendliche über eine faire Kostenverteilung bis hin zur nachhaltigen Fachkräftesicherung für die Berliner Wirtschaft.

Hintergrund: Koalitionsvertrag sieht Umlage vor

Der Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU sieht die Einführung einer Ausbildungsumlage vor, wenn bis Ende 2025 nicht mindestens 2.000 zusätzliche betriebliche Ausbildungsverträge zustande kommen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist klar: Diese Zahl wird voraussichtlich nicht erreicht. Umso dringlicher ist ein politisches Handeln jetzt.

https://berlin-brandenburg.dgb.de/ausbildungsumlage

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