DGB-Gewerkschaften zur Sitzung des Steuerungskreises Transformation der Berliner Industrie (SKIP): „Schutz und Sicherheit für die Beschäftigten stehen an erster Stelle!“

Datum

Ordnungsnummer PM 5

Dachzeile Berlin

Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg: „Wir stehen in der Wirtschaft vor einer doppelten Herausforderung. Die Industrie steht mitten in der Transformation. Für Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Energiewende brauchen wir Lösungen, die gemeinsam mit den Beschäftigten und Betriebsrät*innen gestaltet und umgesetzt werden müssen. Die Ergebnisse aus regionalen Transformationsprojekten müssen intensiver in weitere Branchen transportiert werden, und zukünftige Vorhaben des Masterplans Industrie müssen hieran anknüpfen. Zudem fallen bundesweit in Schlüsselindustrien gerade massiv Jobs weg. Die Ursachen sind vielfältig: hohe Energiepreise, ein massiver Investitionsstau, Managementfehler und ein sehr schwieriges internationales Marktumfeld. Auch Arbeitnehmer*innen in Berlin sind besorgt. Gerade in Krisenzeiten sind Mitbestimmung und verlässliche Sozialpartner unverzichtbar und bieten den Beschäftigten Sicherheit. Die Vorhaben in Richtung Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sehen wir aus einer sehr differenzierten Perspektive. Dass diese Entwicklungen zulasten sozialer Leistungen und notwendiger Zukunftsinvestitionen gehen, werden wir nicht akzeptieren.“ 

Constantin Borchelt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin: „ Die Lage der Industrie in Deutschland ist ernst. Für Berlin sehen wir im engeren Bereich der Berliner ME-Industrie aktuell den Abbau von etwas über 2.000 Arbeitsplätzen. Die gute Botschaft heißt, gerade in Berlin bestehen gleichzeitig gute Voraussetzungen für industrielles Wachstum, gerade in der Digitalwirtschaft und überall rund um das Thema Energie. Was muss passieren? Die IG Metall hat bundesweit eine „Initiative für Arbeit und Aufschwung“ vorgeschlagen, eine Initiative von Politik, Arbeitgebern und Gewerkschaften. Die Substanz muss gesichert werden. Wir brauchen überall das gemeinsame, klare Bekenntnis zum Industriestandort und den Mut zu investieren, genauso wie den Mut, Regeln anzupassen, wo wir uns selbst schaden, beispielsweise indem wir bei öffentlicher Beschaffung oder Investitionen in die Infrastruktur „local content“ einfordern.“

Stephanie Albrecht-Suliak, Leiterin des Landesbezirks Nordost der IGBCE: „Unsere gemeinsame Zielsetzung für die Gesundheitswirtschaft in Berlin muss einmal mehr lauten: Den Standort Deutschland und Europa stärken! Die Attraktivität Deutschlands als Pharmastandort ist eine tragende Säule für die zukünftige Entwicklung des gesamten Wirtschaftsstandorts. Für die industrielle Gesundheitswirtschaft sind Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionskapazitäten zu stärken und auszuweiten, um die Abhängigkeit von politischen Entwicklungen im Ausland zu verringern, Lieferketten zu stärken, Innovationsfähigkeit zu sichern und die Resilienz der eigenen Versorgung zu erhöhen. Die Standortschließungen des Aristo Pharma Konzerns in der Hauptstadt – Advance Pharma und Steiner - machen die großen Widersprüche in Sachen Resilienz und Wertschöpfung auch in Berlin offenkundig.“

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