Berlin/Brandenburg: Schwache Konjunktur belastet Ausbildungsmarkt

Datum

Ordnungsnummer 041/26

Dachzeile Gemeinsame Pressemitteilung

Die konjunkturelle Schwäche der vergangenen Jahre hinterlässt Spuren auf dem Ausbildungsmarkt in Berlin und Brandenburg. Die Bilanz 2025/2026: Das Verhältnis gemeldeter Stellen zu Ausbildungsbewerber hat sich verschlechtert. Für Jugendliche ist es schwerer geworden, eine Ausbildung zu finden und zu vielen jungen Menschen gelang der direkte Einstieg in die Ausbildung nicht. Die Anzahl unversorgter Bewerber, also der Jugendlichen die derzeit keine berufliche Ausbildungsperspektive gefunden haben, steigt in beiden Bundesländern auf den höchsten Stand der vergangenen 15 Jahre. 

Während in Berlin das Angebot gemeldeter Ausbildungsstellen weiter sinkt, gelingt Brandenburg als eines von zwei Bundesländern die richtige Trendumkehr in Zeiten der Demografie: Das bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldete Ausbildungsangebot steigt. 

Gute Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und der Bundesagentur für Arbeit zahlt sich aus: In beiden Ländern konnten mehr gemeldete Ausbildungsstellen als im Vorjahr erfolgreich besetzt werden. 

Dr. Friederike Haase, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg: „Brandenburgs Ausbildungsmarkt bewegt sich in die richtige Richtung – die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, die Zahl der Stellen hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls wieder erhöht. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Gleichzeitig sind noch viele Ausbildungsstellen unbesetzt. Betriebe und Jugendliche sollten die Nachvermittlungsangebote der Agenturen für Arbeit, der Jobcenter und der Kammern unbedingt nutzen. Es ist noch nicht zu spät, um in eine Ausbildung im laufenden Ausbildungsjahr einzumünden.“

Carina Knie-Nürnberg, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg: „Derzeit ist es insbesondere in Berlin für Jugendliche so schwer wie lange Zeit nicht, eine Ausbildung zu finden. Der deutliche Anstieg der Bewerber, die mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit eine Ausbildung suchen, zeigt, dass sich junge Menschen um Ihre berufliche Zukunft kümmern. Dass wir gleichzeitig mehr Ausbildungsstellen der Unternehmen besetzen konnten, freut mich sehr und ist für mich und mein Team in den Arbeitsagenturen und Jobcentern Antrieb. Wir bringen Jugendliche und Unternehmen persönlich zusammen, legen das Zeugnis auch mal zur Seite und zeigen auf die Talente der Jugendlichen. Für mich ist klar: Es lohnt sich für Arbeitgeber, bei der Besetzung von Ausbildungsstellen mit der Bundesagentur für Arbeit zusammenzuarbeiten.“

Bewertung der Sozialpartner

Alexander Schirp, Hauptgeschäftsführer der UVB: „Das Ausbildungsangebot der Unternehmen in Berlin und Brandenburg ist weitgehend stabil, trotz einer außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage. Das tatsächliche Engagement der Wirtschaft ist sogar weitaus größer, als es die Statistik zeigt. Erstens bieten die Betriebe in der Praxis deutlich mehr Stellen an, als sie bei den Arbeitsagenturen melden. Zweitens betreiben die Firmen einen enormen Aufwand, um überhaupt genügend ausbildungsfähige junge Menschen zu finden und auf Dauer zu halten. Diese Aufgabe erfordert einen immer größeren Einsatz und auch erhebliche Investitionen. Oft fehlen jungen Frauen und Männern grundlegende Kenntnisse in schulischen Kernfächern oder elementare soziale Kompetenzen. Statt die Wirtschaft mit einer überflüssigen Ausbildungsplatzabgabe zu gängeln, muss die Politik ansetzen bei einer stärkeren Unterstützung in schwierigen Ausbildungssituationen und mehr Qualität und Berufsorientierung in den Schulen.“

Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bezirks Berlin-Brandenburg: „Die angespannte wirtschaftliche Situation darf nicht zu Lasten der jungen Menschen gehen, die in den letzten Jahren schon sehr viel zu tragen hatten. Wir müssen alles tun, die duale Ausbildung zu sichern und für mehr betriebliche Ausbildungsplätze zu sorgen. Der Ausbildungsförderungsfonds ist ein wichtiger Schritt dazu. Handlungsbedarf sehen wir darin, die Rahmenbedingungen der Ausbildung zu verbessern. Das gelingt durch Tarifverträge und die Stärkung der Jugend- und Ausbildungsvertretungen, in der sich junge Menschen aktiv einbringen können und Erfahrungen in demokratischen Prozessen machen. Bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist auch für Auszubildende eine riesige Hürde. Die Eröffnung des ersten Azubi-Wohnheims und die geplante Gründung eines Azubi-Werkes gehen in die richtige Richtung.

Statistischer Überblick

Tabelarische und grafische Darstellungen zur Ausbildungsbilanz 2025/2026 in Berlin und Brandenburg erhalten Sie auf dem Presseportal der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der BA. 

zurück