„Tarifbürgerschaft“, ein Ausweg aus der Defensive?

Rödl und Felix Syrovatka stellen ihr Konzept zur Tarifbürgerschaft vor. Erstellt am:

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"Denn wo das wirtschaftliche Übergewicht des Arbeitgebers zusammentrifft mit persönlicher Wehrlosigkeit des Arbeitnehmers […] da empfängt man oft nicht den Eindruck, das hier Rechtsverhältnisse bestehen[…]: hier herrscht der Absolutismus […] ."

Das deutsche Tarifvertragssystem steht unter Druck. Immer mehr Beschäftigte arbeiten ohne Tarifvertrag. Insbesondere die Bindung an Branchentarifverträge ist deutlich zurückgegangen. Während sich immer mehr Unternehmen der Tarifbindung entziehen, kommen ausgerechnet aus der Europäischen Union Initiativen zur Stärkung von Tarifverträgen. Damit stellt sich die Frage: Reicht betriebliche Organisierung aus – oder brauchen Tarifverträge auch politische Unterstützung? 

Florian Rödl und Felix Syrovatka plädieren dafür, Tarifautonomie als einen zentralen Bestandteil demokratischer Ordnung zu begreifen. Dieses Verständnis sehen sie jedoch durch die Rechtsprechung der letzten Jahre zunehmend gefährdet. Dem setzen sie eine politische und rechtliche Strategie entgegen, die Tarifverträge neu denkt: als Kampf um das Recht auf Tarifbürgerschaft.

In der Veranstaltung am 11. März 2026 diskutierten wir gemeinsam mit den Referierenden, welche strategischen Perspektiven das Konzept der Tarifbürgerschaft für den Kampf um mehr und bessere Tarifverträge eröffnet.

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