Soziale Gerechtigkeit und Demokratie stärken – drei Veranstaltungen im Zeichen der Solidarität
Gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung haben wir über wirtschaftliche Ungleichheit, die Folgen rechter Politik und die gerechte Verteilung von Vermögen diskutiert.
Die Veranstaltungen boten unterschiedliche Zugänge zu Themen, die auch für die gewerkschaftliche Arbeit von zentraler Bedeutung sind: gute Arbeit, soziale Sicherheit, Steuergerechtigkeit und der Schutz unserer Demokratie.
Die Ökonomie des Hasses – rechte Politik und ihre wirtschaftlichen Folgen
Am 6. Oktober in Potsdam und am 7. Oktober 2026 in Bad Belzig stand das Buch „Die Ökonomie des Hasses – Wie Rechte von Trump bis AfD unseren Wohlstand zerstören und wie man ihre Wähler zurückholt“ des Wirtschaftsjournalisten Alexander Hagelüken im Mittelpunkt.
In seinem Vortrag beleuchtete Hagelüken die wirtschaftlichen Folgen rechtspopulistischer Politik. Dabei ging es um die Bedeutung des internationalen Handels, die Rolle der Europäischen Union, den Fachkräftemangel und die Auswirkungen auf demokratische Institutionen. Die Veranstaltungen verbanden wirtschaftliche Analysen mit der Frage, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt und Menschen für demokratische Lösungen gewonnen werden können.
Die anschließenden Gesprächsrunden boten Gelegenheit, unterschiedliche Perspektiven aus Politik, Wissenschaft und Gewerkschaften einzubeziehen.
In Potsdam diskutierten unter anderem Katja Karger, Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, der Brandenburger Finanzminister Daniel Keller und der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Achim Truger mit dem Autor.
In Bad Belzig waren unter anderem die Landtagsabgeordnete Melanie Balzer, der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Gustav Horn und unsere stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirks Westbrandenburg, Nele Techen, beteiligt.
Aus gewerkschaftlicher Sicht berühren diese Fragen die Grundlagen guter Arbeit und sozialer Sicherheit. Beschäftigte brauchen verlässliche Perspektiven, faire Löhne und eine Wirtschaft, die nicht nur wenigen zugutekommt. Zugleich ist es wichtig, wirtschaftliche und soziale Probleme differenziert zu betrachten und politische Antworten an ihren tatsächlichen Auswirkungen auf die Menschen zu messen.
Unser Erbe – Tax me if you can: Wer trägt Verantwortung für den Wohlstand?
Eine weitere Perspektive auf soziale Gerechtigkeit eröffnete die Veranstaltung „Unser Erbe – Tax me if you can“. Die szenische Lesung widmete sich den Themen Vermögensungleichheit, Erbschaften und Besteuerung.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Vermögen in unserer Gesellschaft verteilt ist und welchen Beitrag Menschen mit großen Vermögen zur Finanzierung des Gemeinwesens leisten. Die Auseinandersetzung mit Erbschaften und Steuerpolitik macht deutlich, dass soziale Gerechtigkeit nicht allein am Einkommen aus Lohnarbeit gemessen werden kann. Auch die Frage, welche Chancen Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft haben, gehört dazu.
Für Gewerkschaften ist eine gerechte Steuerpolitik eng mit der Finanzierung öffentlicher Aufgaben verbunden. Gute Bildung, eine funktionierende Infrastruktur, soziale Sicherung und öffentliche Dienstleistungen sind Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb ist es wichtig, über die Verteilung von Wohlstand und die Finanzierung dieser Aufgaben offen zu diskutieren.
Gemeinsam für gute Arbeit, soziale Sicherheit und Demokratie
Die drei Veranstaltungen haben unterschiedliche Themen beleuchtet, die eng miteinander verbunden sind. Die wirtschaftlichen Folgen politischer Entscheidungen, die Verteilung von Vermögen und die Frage nach gesellschaftlichem Zusammenhalt lassen sich nicht isoliert voneinander betrachten.
Als Gewerkschaften setzen wir uns für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne, soziale Sicherheit und demokratische Teilhabe ein. Dazu gehört auch, wirtschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und Räume für politische Bildung und offenen Austausch zu schaffen.
Unser Dank gilt dem Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung für die Zusammenarbeit und die gemeinsame Auseinandersetzung mit diesen wichtigen Fragen.
Solidarität lebt vom Austausch und vom gemeinsamen Engagement. Eine gerechte Gesellschaft braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich einmischen und sich für gute Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle einsetzen.