Solidarität gegen rechtsextremen Terror: DGB verurteilt feige Brandanschläge in Cottbus aufs Schärfste

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Dachzeile Region Südbrandenburg/Lausitz

Nach dem jüngsten Brandanschlag auf ein alternatives Wohnprojekt in Cottbus während der CSD-Aktionswochen erklärt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seine uneingeschränkte Solidarität mit den Betroffenen und fordert ein entschlossenes Durchgreifen von Politik, Verwaltung und Justiz. Unbekannte Täter haben gezielt und im vollen Wissen über die Anwesenheit von Menschen Brandsätze gegen ein Haus geschleudert, das durch Regenbogenfahnen und Banner sichtbare Zeichen für eine offene und tolerante Gesellschaft setzte. Auch das Jugendkulturzentrum „Chekov“ war in der vergangenen Nacht erneut Ziel eines Angriffes. Diese Anschläge reihen sich ein in eine erschreckende und kontinuierliche Welle rechtsextremer Gewalt, Sprengstoffanschläge und Bedrohungen in Cottbus und Umgebung. 

„Wir sind tief erschüttert über die Skrupellosigkeit und die mörderische Dimension dieser Tat“, erklärt der Regionsgeschäftsführer Matthias Loehr. „Wer Brandsätze auf bewohnte Häuser wirft, nimmt den Tod von Menschen billigend in Kauf. Das ist kein Vandalismus, das ist rechtsextremer Terror. 

Als Gewerkschaften stehen wir unmissverständlich an der Seite der Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnprojektes ‚Zelle 79‘ und aller Betroffenen. Ein Angriff auf queeres und alternatives Leben ist ein An-griff auf die Freiheit und Würde uns aller.“ 

Der DGB unterstützt die Forderungen der Betroffenen nach einem konsequenten Handeln der Kommunal- und Landespolitik. Es braucht dringend einen eigenen, festen Standort der Opferperspektive in Cottbus sowie eine höhere Priorisierung rechtsextremer Gewalttaten und schnellere Entscheidungen durch die Justiz. 

Die Gewerkschaften rufen dazu auf, am 11. Juli gemeinsam beim CSD in Cottbus auf die Straße zu gehen. 

Wir zeigen Gesicht: Vielfalt, Toleranz und solidarisches Leben lassen sich in Cottbus nicht vertreiben. 

Darüber hinaus veranstalten die ver.di-Jugend und der DGB am 10. Juli im GladHouse Cottbus ab 17:00 Uhr ein Event unter dem Titel: „HIT THE PICKET LINE. Ein Abend für Harvey Milk“. Gezeigt wird der Film MILK (USA 2008, Regie: Gus Van Sant, mit Sean Penn, FSK 12, 124 Min.). Im Anschluss an die Filmvorführung gibt es Raum für Diskussionen sowie eine Party im Zeichen des Christopher Street Days. 

Der Eintritt ist frei! 

 

Hintergrund: Der DGB ist der Dachverband von acht Mitgliedsgewerkschaften. Dazu gehören: ver.di, IG Metall, IGBCE, IG BAU, GEW, Gewerkschaft der Polizei, NGG sowie EVG. Bundesweit sind in den DGB-Gewerkschaften ca. 5,5 Millionen Menschen organisiert. 

Das Chekov in Cottbus (Stromstraße 14) ist ein unabhängiger, selbstorganisierter Kulturort. Betrieben wird der Jugendclub gemeinschaftlich von jungen Menschen und Jugendlichen selbst. Offizieller Träger des Clubs und der musikalischen Veranstaltungen ist ein Verein. 

Die Zelle 79 (Parzellenstraße 79) ist ein alternatives, selbstverwaltetes Wohn- und Hausprojekt für Jugendkultur und politische Bildung.

 

Hinweis: Am heutigen 2. Juli findet um 20:00 Uhr eine Mahnwache vor dem Wohn- und Hausprojekt in der Parzellenstraße 79 statt. Mit diesem friedlichen Protest soll auf die Opfer rechtsextremer Gewalt aufmerksam gemacht werden.

 

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