Ausbildungsstart: DGB Teltow-Fläming vor Berufsschulen in Luckenwalde und Ludwigsfelde
Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres informierten Gewerkschafter über Rechte in der Ausbildung
Der Beginn des neuen Ausbildungsjahres bedeutete für die Schüler*innen am OSZ Ludwigsfelde und Luckenwalde: Besuch!
Auf Initiative junger Gewerkschafter informierte der DGB Teltow-Fläming über die Grundlagen gewerkschaftlicher Arbeit. Fokus waren einerseits die Idee einer Gewerkschaft und die gesetzliche Interessenvertretung in den Betrieben andererseits.
Wer jeden Tag arbeiten gehen muss, um Miete und Einkauf zu bezahlen, ist vom Lohn abhängig. Er ist darauf angewiesen, dass sich ein Käufer für seine Arbeitskraft findet. Je mehr Lohn, desto besser. Auf der anderen Seite steht das Unternehmen: Dieses kauft Arbeitskraft ein, um Gewinn zu erzielen. Je weniger Lohn, desto besser. Das ist der Interessengegensatz zwischen Arbeit und Kapital.
Wenn man nun zum Chef geht und freundlich um mehr Geld bittet, sucht sich dieser vielleicht jemanden, der weniger verlangt. Wer häufig auf seinen Interessen besteht - beispielsweise als Azubi keine Autos putzen zu müssen - der wird womöglich gegangen. Wenn sich jedoch alle im Betrieb zusammentun und gemeinsam dem Chef gegenübertreten, ist mehr drin. Das ist die Idee einer Gewerkschaft: Alle Räder stehen still, wenn dein Starker Arm es will. Das Ergebnis hiervon ist ein Tarifvertrag, der mehr Geld und Urlaub für weniger Arbeitszeit bedeutet.
Auf gewerkschaftlichem Einsatz beruhen viele Dinge, die heute selbstverständlich sind: Wer krank ist, erhält für sechs Wochen weiter seinen Lohn. Ohne den 16-wöchigen Streik norddeutscher Arbeiter wäre das nicht möglich gewesen. Wer streikt, erhält aber keinen Lohn. Wer für seine Interessen einsteht, der kriegt womöglich Ärger mit dem Unternehmen. Deshalb erhält man in der Gewerkschaft Unterstützung: Streikgeld und Rechtsschutz, damit der Kampf auch gelingt.
Eine andere Funktion hat die gesetzliche Interessenvertretung. Diese ist z.B. im Betriebsverfasssungsgesetz geregelt und betrifft vor allem den einzelnen Betrieb. Hier wählt man Mitglieder für den Betriebsrat, der für die Beschäftigten die Interessen wahrnimmt, diese also vertritt. Ein starker Betriebsrat ist mit den Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft verzahnt.