Deutscher Gewerkschaftsbund

19.07.2017
„Wohnen und Arbeiten in der Stadt der Zukunft“

IG Metall und DGB für Erhaltung von Industriegebieten

Berlin wächst, alleine im letzten Jahr 60.000 Einwohner. Das wirft neue Fragen nach den nötigen Flächen für Wohnen, Gewerbe und Industrie und andere Bedarfe auf. Anlässlich der Veranstaltung „Arbeiten und Wohnen in der Stadt der Zukunft“ haben IG Metall und DGB Berlin-Brandenburg gemeinsam mit den Mitveranstaltern die folgende Erklärung veröffentlicht.

Die wirtschaftliche Entwicklung Berlins ist seit Jahren positiv. Berlin ist attraktiv, zieht Menschen von außerhalb an, die Arbeitslosigkeit ist deutlich zurückgegangen. Eine Verstetigung der Wachstumsbewegung erfordert eine ausgewogene Politik zur Sicherung von ausreichend Wohnungen, zur Bereitstellung leistungsfähiger Infrastruktur und eine Stärkung der Berliner Industrie. Eine leistungsfähige Industrie ist eine wesentliche Voraussetzung für Wachstum und Beschäftigung in Berlin.

Wir setzen uns gemeinsam im Steuerungskreis Industriepolitik und in der Begleitung des neuen Stadtentwicklungsplans Industrie und Gewerbe dafür ein, mindestens den Umfang der bestehenden Flächen für industriell-gewerbliche Nutzung festzuschreiben. Zusammenhängende Industriegebiete müssen in jedem Fall so erhalten bleiben.

Notwendig ist neben der Flächensicherung als solches eine aktive Entwicklung der Flächen, um sie für industriell-gewerbliche Interessenten schneller nutzbar zu machen. Geschieht dies nicht, entsteht vielerorts Druck auf Umwandlung für andere Nutzungen, insbesondere Wohnungsbau. Diese Nutzungskonflikte sind in Einzelfällen bereits zu Lasten der wirtschaftlichen Nutzung ausgefallen – eine Entwicklung, die gestoppt werden muss. Aktuellen Handlungsbedarf sehen wir besonders in Oberschöneweide, wo ein Gewerbestandort mit Potential nicht durch Wohnungsbauprojekte in Frage gestellt werden darf.

Der Steuerungskreis Industriepolitik hat sich bereits im April 2016 darauf verständigt, ein besseres Gewerbeflächenmonitoring zu entwickeln, um die Transparenz verfügbarer Flächen zu verbessern. Die Umsetzung sollte der neue Senat zügig in Angriff nehmen.

Der heutige Veranstaltungsort in Adlershof steht für eine langfristig orientierte, entschlossene Entwicklung eines Standortes für Forschung, Gewerbe und inzwischen auch Wohnen. Dies ist heute möglich und gilt vielen schon als selbstverständlich, weil die Berliner Landespolitik über einen langen Zeitraum, einschließlich Wechseln in der politischen Führung der Stadt, an den Zielen festgehalten hat. Heute ist Adlershof ein echter Wachstumspol und Eckpfeiler des Berliner Wachstums.

Vor diesem Hintergrund sprechen wir uns nachdrücklich dafür aus, die seit bald zehn Jahren verfolgte und von vielen Beteiligten mit entwickelte Planung für die Nachnutzung des heutigen Flughafens Tegel weiterzuführen und nach Eröffnung des BER umzusetzen. Die Flächen werden dringend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt benötigt. Gleichzeitig ist Tegel eine Chance, vorbildhaft ein Nebeneinander von Produktion, Forschung und Wohnen in räumlicher Nähe zu verwirklichen.

  • Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter IG Metall Berlin
  • Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der Industrie und Handelskammer zu Berlin
  • Christian Hoßbach, Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds Berlin-Brandenburg
  • Roland Sillmann, Geschäftsführer der WISTA-MANAGEMENT GMBH

http://www.igmetall-berlin.de/aktuelles/meldung/die-stadt-braucht-zusammenhaengende-industrieflaechen/ 


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