Deutscher Gewerkschaftsbund

24.06.2013

Brandenburger Handwerkskammern einig: für stärkere Tarifbindung

DGB-Vorsitzende lobt Initiative der Brandenburger Handwerkskammern

Auf ihrer letzten Vollversammlung (19.6.2013) hat die Handwerkskammer Frankfurt/Oder eine Resolution „Mit Tarifverträgen im Handwerk gewinnen“ beschlossen. Die zu einem Drittel von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern besetzte Vollversammlung folgte damit dem Beispiel der Handwerkskammern Cottbus und Potsdam, die bereits zuvor entsprechende Beschlüsse gefasst hatten.

Die Resolution ist von den Vize-Präsidentinnen und Vize-Präsidenten (Arbeitnehmervertreter) aller Kammern erarbeitet und verabschiedet worden.

Doro Zinke, Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, freute sich sehr über diesen Beschluss. „Damit ist Brandenburg das erste ostdeutsche Bundesland, in dem sich alle Handwerkskammern für diese Resolution ausgesprochen haben.“. Das sei insbesondere vor dem Hintergrund der vor kurzem veröffentlichten Zahlen des WSI zur sinkenden Tarifbindung besonders in Ostdeutschland ein wichtiges Signal.

„Gerade im Handwerk ist die Tarifbindung extrem schlecht, in vielen Innungen beträgt hier der Organisationsgrad der Betriebe noch nicht einmal 20%, die Folge ist eine „Schmutzkonkurrenz“ über die Löhne, bei der letztlich niemand gewinnt.“

Zinke gratulierte den Brandenburger Vizepräsidentinnen und –präsidenten, Siegrid Bohm, Karsten Drews und Thomas Erdmann, zu ihrem großen Erfolg. „Noch mehr freuen würde mich allerdings, wenn auch die Berliner Handwerkskammer sich der Forderung nach mehr Tarifverträgen anschließen würde.“

Deren Präsident, Stephan Schwarz, hatte allerdings gerade erst auf dem ersten Berlin-Brandenburger Gesellentag die Kammern als für Tarifpolitik nicht zuständig erklärt. Zinke ermunterte Schwarz, seine Haltung zu überdenken. „Manchmal kann Berlin durchaus etwas von Brandenburg lernen.“


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