Deutscher Gewerkschaftsbund

27.06.2013

Aufruf: Breiter Konsens für eine Reform der Minijobs

Gemeinsam mit 16 Verbänden sowie 23 renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Montag in Berlin einen Aufruf für eine Reform der Minijobs vorgestellt.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte zum Start der neuen Initiative für eine Reform der Minijobs:

„Unser gemeinsamer Aufruf ist ein breiter Konsens und dringender Appell an die Politik, die Minijobs endlich zu reformieren. Es ist inzwischen eindeutig nachgewiesen, dass der Minijob kein Sprungbrett in reguläre Beschäftigung, sondern eine Niedriglohnfalle ist. Deshalb ist es höchste Zeit für eine Reform der Minijobs. Unsere Initiative hat das Ziel, die Minijobmauer zu durchbrechen, reguläre Beschäftigung zu fördern, die Gleichberechtigung zu stärken und den Fachkräftebedarf zu sichern.“

Arbeitswissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Bosch vom ‚Institut Arbeit und Qualifikation’ der Universität Duisburg-Essen wies auf die Fehlanreize der Minijobs am Arbeitsmarkt hin:

„Der Minijob  setzt Fehlanreize, die zu gravierenden Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt führen. 71,2 Prozent der Beschäftigten im Minijob erhalten nur einen Niedriglohn. Einem erheblichen Teil der Beschäftigten werden zentrale Arbeitnehmerrechte vorenthalten. Außerdem wird das Arbeitskräfteangebot durch den Minijob  künstlich rationiert. Mit der schwedischen Beschäftigungsquote wäre das Beschäftigungsniveau in Deutschland um 3,1 Millionen Frauen höher. Wer für Minijobs ist, darf sich nicht über Fachkräftemangel beklagen.“

Die Vorsitzende des Deutschen Frauenrates Hannelore Buls verdeutlichte die besondere Problematik der Minijobs für Frauen:

„Der Minijob  steht nicht nur symbolisch für den Kampf zwischen den Zuverdiener-Traditionalisten und einer zukunftsorientierten Frauen-Beschäftigungspolitik. Der Minijob  ist vor allem für verheiratete Frauen ein Super-Kleber in perspektivlosen Jobs mit einem Aushilfe-Lohn. Das Problem sind Personalkonzepte von Arbeitgebern, die auf einem flächendeckenden Einsatz der unterbezahlten Minijobs basieren. Wir wollen die Gleichstellung aller Arbeitsverhältnisse, um aus der Niedriglohn- und Armutsfalle heraus kommen zu können“.

Siehe auch: Deutscher Juristinnenbund - Für eine Reform der Minijobs

Presseecho

ROUNDUP: DGB sagt Minijobs den Kampf an – Viele Mitstreiter
Für Arbeitsmarktreformen – auch mit Blick auf Minijobs – hatten sich jüngst auch Experten vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ausgesprochen. Die Minijob-Verdienstgrenze stieg Anfang 2013 von bislang 400 auf 450 …Focus · Vor 20 Stunden

DGB und 16 Verbände rufen zu Reform der Minijobs auf
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will gemeinsam mit 16 Verbänden eine Reform der inzwischen sieben Millionen Minijobs in Deutschland erreichen. Es sei eindeutig nachgewiesen, "dass der Minijob kein …DIE WELT · Vor 16 Stunden

Tagesspiegel: Sackgasse statt Sprungbrett

DGB fordert Reform der Mini-Jobs
Die Unterzeichner des Aufrufs, darunter auch der Sozialverband VdK, der AWO Bundesverband und 23 Wissenschaftler, kritisieren die Folgen der bisherigen Minijobregeln in Deutschland. Der Arbeitswissenschaftler Gerhard Bosch von der Universität …tagesschau.de · Vor 20 Stunden

Minijobs stehen bei der Diskussion in der Kritik
Ihr wäre es am liebsten, "wenn diese Beschäftigungen auf ein Minimum reduziert würden". Auch Weber will die Jobs "nur noch für Studenten und Menschen, die aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind", zulassen. General-Anzeiger Online · Vor 5 Stunden

Abschaffung der Minijobs gefordert
So erhielten Umfragen zufolge mehr als 40 Prozent der Minijobber keinen ... Sie fordern, Arbeitsplätze müssten gleich bezahlt und versichert sein. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Ferner kritisierte, Union und FDP hätten die Minijobs ...Südwest Presse · Vor 5 Stunden

Gemeinsamer Aufruf: Für eine Reform der Minijobs
Den Beschäftigten im Minijob werden oft Arbeitnehmerrechte vorenthalten. - Die soziale Sicherung ist unzureichend, eine eigenständige Existenzsicherung ist nicht zu erwirtschaften. Es droht Armut trotz Job und später Altersarmut. - Die Beschäftigten ...Der Sozialticker · Vor 8 Stunden

Für eine Reform der Minijobs
Insofern ist es auch in unserer Verantwortung für die Frauen und Männer, die sich in der AWO hauptamtlich engagieren, zu sorgen. Dazu gehören gute Arbeitsverhältnisse, die aber entsprechende gesetzgeberische Rahmensetzungen benötigen. Mit …Der Sozialticker · Vor 11 Stunden

Aufruf: Breiter Konsens für eine Reform der Minijobs
Gemeinsam mit 16 Verbänden sowie 23 renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Dienstag in Berlin einen Aufruf für eine Reform der Minijobs …Scharf Links · Vor 11 Stunden

Wir halten an bestehenden Minijobs fest
Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat heute gemeinsam mit Verbänden und Wissenschaftlern einen Aufruf für eine Reform der Minijobs vorgestellt. Dazu erklärt der sozialpolitische "Wir halten an den bestehenden …indotco.net · Vor 16 Stunden

Geringfügige Beschäftigung: DGB will Minijobs reformieren
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Geringfügige Beschäftigung: DGB will Minijobs reformieren. Aus Sicht von Gewerkschaften und Sozialverbänden sind die so genannten Minijobs eine „Niedriglohnfalle“. Sie wollen sie daher in der jetzigen Form abschaffen. Die Union will daran festhalten.

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