Deutscher Gewerkschaftsbund

18.10.2018
Internationaler Gewerkschaftsrat

„Zukunft der Arbeit - Solidarität grenzenlos"

Unter dem Titel „Zukunft der Arbeit - Solidarität grenzenlos" fand am 12./13. Oktober in Eisenhüttenstadt die 8. ordentliche Konferenz des Interregionalen Gewerkschaftsrates Viadrina statt. Vertreter von DGB und polnischen Gewerkschaftsbünden diskutierten unter anderem die berufliche Zukunft der Jugend und ihr Verhältnis zu den Gewerkschaften.

IGR Viadrina, 13.10.2018

Auf dem Podium Auf dem Podium diskutierten Sebastian Walter (DGB), Piotr Ostrowski, (stellv. Vorsitzender OPZZ), Ronja Flaacke (ver.di Jugend) und Michał Kukuła (NSZZ, „Solidarność“).
DGB/Ralf Kaiser

Die 30 Delegierten diskutierten den Geschäftsbericht 2014-2018 und das neue Arbeitsprogramm 2018-2020. Als Gäste kamen die stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Sonja Staack, der Vizepräsident der OPZZ Piotr Ostrowski und das Solidarność-Vorstandsmitglied Kazimierz Kimso.Außerdem gab es eine spannende Diskussion zur beruflichen Zukunft der Jugend und ihrem Verhältnis zu den Gewerkschaften.

 

Junge Menschen erreichen: Ansprache online, im Betrieb, auf Festivals und Demokratietour

 

Wie wird für junge Menschen die Gewerkschaftsarbeit attraktiv?, fragten sich junge Podiumsteilnehmer/innen auf der Konferenz. Offene und geschlossene Facebookgruppen würden bisher für die Organisation von Mitgliedern von den Organisationen noch nicht ausreichend genutzt, hieß es in der Dikussion. Mit dieser Form gelang es  der Solidarność zum Beispiel, in den Produktionsstätten von IKEA viele junge Beschäftigte zu organisieren und sie auf dem Laufenden zu halten, was ihren Betrieb passiert. Die OPZZ berichtete davon, auf dem Festival Pol'and'Rock (vormals Woodstock) rund 10.000 Menschen erreicht zu haben und dort über soziale Gerechtigkeit und die Rolle von Gewerkschaften zu sprechen. Der DGB Ostbrandenburg berichtete von seiner Demokratietour in deutschen Schulen. Das Thema Gewerkschaften und ihre Funktion auf den Lehrplan zu bekommen war allen Beteiligten ein großes Anliegen. Im Politik- oder Wirtschaftsunterricht findet dies weder diesseits noch jenseits der Oder systematisch statt.

 

Mehr "raus gehen"

 

Konsens herrschte darüber, dass alle drei Gewerkschaften mehr "raus gehen" müssen, um ihr Anliegen an die Menschen zu bringen. Dies ist durch die Jugendstrukturen, die es inzwischen in allen drei Organisationen gibt möglich. Erwartet wurde allerdings von der jüngeren Generation auch, dass die Älteren ihnen zuhören und ihre Ideen auch aufnehmen. Solidarität und gemeinsames Erleben sind ihnen heute genauso wichtig wie der Jugend vor 30 oder 60 Jahren. Das Gemeinsame gilt es dann in die Betriebe zu tragen.

 

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“: viel zu tun für die nächsten Jahre

 

Die Konferenz gab dem Präsidium viel Input für die Arbeit der nächsten vier Jahre. Die Schwerpunktthemen hier werden sein: Menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer/innen in Brandenburg und Lubuskie, u.a. auch Entsendete und Grenzgänger, und damit die Umsetzung unserer Forderung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“.

  • Fragen gemeinsamer öffentlicher Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit (u.a. Pflege), Verkehr und Bildung (Übergänge im Bildungssystem, u.a. Folgen der polnischen Schulreform für den deutsch-polnischen Arbeitsmarkt).
  • Zusammenarbeit mit gewerkschaftlichen Beratungsstellen für migrantische Beschäftigte stabilisieren und stärken um Ausbeutungen entgegenzuwirken (Ausbau der vorhandenen Programme wie die Fachstelle bzw. Zentrum für Gute Arbeit und Migration in Brandenburg/Berlin).
  • Den Austausch junger Beschäftigter auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze verstärken: sprachliche Hürden überwinden und Ausbildung fördern.
  • Ein Einsetzen für ein demokratisches und friedliches Miteinander in der Region.
  • Den politischen Dialog mit der Landesregierung Brandenburg und der Wojewodschaft Lubuskie zu nachhaltigen und sozialen Investitionen in die strukturelle Entwicklung der Region vertiefen.

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Ansprechpartnerin Presse

Nina Lepsius

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