Deutscher Gewerkschaftsbund

15.09.2016
Gegen Feindseligkeit und Gewalt

„Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin“ gegründet

In Berlin hat sich ein neues Bündnis gegründet. Die evangelische und die katholische Kirche, der DGB Berlin-Brandenburg und die Diakonie Berlin-Brandenburg erklärten am Donnerstag als Initiatoren des Bündnisses, dass sie die Berliner Zivilgesellschaft gegen fremdenfeindlichen Hass und Gewalt und für Toleranz und Demokratie mobilisieren möchten.

Mit Sorge erfülle die Bündnispartner die Tatsache, dass rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppierungen das Thema Flucht und Migration derzeit nutzen, um Feindseligkeit zu schüren und die freiheitlich-demokratische Ordnung in Frage zu stellen. Weitere zivilgesellschaftliche Organisationen aus Berlin sind zur Mitarbeit eingeladen.

Doro Zinke, Vorsitzende des DGB Bezirk Berlin-Brandenburg:
„Bei allen Differenzen in der Gesellschaft sind wir uns einig, dass Berlin eine weltoffene und tolerante Stadt bleibt. Wir müssen in Berlin Tendenzen entgegentreten, die das ändern wollen, dafür werden wir in diesem Bündnis gemeinsam mit weiteren Organisationen zusammenarbeiten. Damit wollen wir auch im Zusammenhang mit den Berliner Wahlen in drei Tagen ein Zeichen setzen. Für die Gewerkschaften ist es eine dauerhafte Aufgabe, für Menschenrechte, Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie als Grundlage unserer Gesellschaft einzutreten.“

Bischof Dr. Markus Dröge:
„Mit diesem Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin wollen wir ein deutlich sichtbares Zeichen setzen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Wir wollen die Zivilgesellschaft mobilisieren, für die Werte unserer Gesellschaft einzustehen und für die unantastbare und unteilbare Würde des Menschen. Damit verbietet sich jede Herabwürdigung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Kultur oder Hautfarbe. Wir stehen ein für die Religionsfreiheit unseres Grund-gesetzes, die es jedem Menschen erlaubt, seine Religion in unserem Land zu leben und öffentlich zu zeigen.“

Erzbischof Dr. Heiner Koch, Erzbistum Berlin:
„Die Gefährdung unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung fängt da an, wo Menschen die Gesellschaft nicht mehr mit gestalten wollen. Als Christen treten wir dem entgegen, wollen wir die Gesellschaft mit gestalten. Mit dem Bündnis setzen wir auch ein Signal des Willkommen gegen Feindseligkeit. Ich lade alle Katholiken ein, sich diesem Geist anzuschließen.“

Barbara Eschen, Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz:
„Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirche. Wir haben schon immer das Leitbild gelebt, dass wir Menschen helfen, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung. Das wird angezweifelt und durch Rechtspopulisten angegriffen. Es ist gefährlich, wenn populistische Parolen Argumente ablösen. Wir kennen das praktisch, wenn Gruppen, die Hilfe benötigen, gegen einander ausgespielt werden, beispielsweise Obdachlose und Flüchtlinge. Für uns gilt: Mensch ist Mensch, Not ist Not. Wer Hilfe braucht, muss sie bekommen. Und deshalb haben wir dieses Bündnis mitbegründet.“ 


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