Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 43/15 - 03.10.2015

DGB Ber­lin-­Bran­den­burg legt Ren­ten­re­port vor: Neu­rent­ner be­kom­men seit 2000 ein Fünf­tel we­ni­ger Ren­te

Rentenreport 2015

Gerade in Ostdeutschland sind die Menschen im Alter fast vollständig von der gesetzlichen Rente abhängig, weil nur 2 Prozent der Rentnerinnen und Rentner Betriebsrenten oder andere zusätzliche Alterseinkünfte erhalten. Bundesweit sind es 25 Prozent. Auch die Massenarbeitslosigkeit in den Jahren nach der Wende habe die Rentenansprüche schwer beschädigt. „Im Osten droht weit verbreitete Altersarmut“, warnt die DGB-Bezirksvorsitzende Doro Zinke. „Wir brauchen dringend eine Kehrtwende in der Rentenpolitik und mehr sichere und gut bezahlte Arbeit.“ Heute seien in Berlin und Brandenburg bereits 39 Prozent aller Jobs „atypisch“ - dazu zählen Leiharbeit, befristete Arbeitsverhältnisse, Midi-Jobs, Teilzeit und Mini-Jobs. Der Trend zu Niedrigrenten könne nur aufgehalten werden, wenn der Niedriglohnsektor eingedämmt werde – dazu gehörten eine Reform der Minijobs und ein Ende des Missbrauchs von Werkverträgen, so der DGB.

Nach den Daten der Deutschen Rentenversicherung, die neben anderen Statistiken für den Report ausgewertet wurden, bekamen 2013 in Rente gegangene Berliner und Brandenburger inflationsbereinigt rund ein Fünftel weniger Rente als im Jahr 2000: In Berlin West erhielten die Neurentner 672 Euro, in Berlin Ost 809 Euro und in Brandenburg 810 Euro. Wer 2013 in Berlin in Rente ging, erhält damit real gut 200 Euro weniger als neue Rentnerinnen und Rentner  im Jahr 2000, in Brandenburg sind es 150 Euro Unterschied.

Der Anteil der Rentner, die Grundsicherung im Alter bekommen, ist in Berlin mit 5,8 Prozent doppelt so hoch wie im Bundesschnitt. In Brandenburg ist die Grundsicherungsquote mit 1,4 Prozent zwar noch unterdurchschnittlich, stieg aber in nur zwei Jahren dramatisch um 40 Prozent und damit deutschlandweit am stärksten.

 

Ansprechpartner Rentenreport: Andrew Walde, Abteilungsleiter Sozialpolitik
Tel.: 030 21240-120
E-Mail: andrew.walde@dgb.de

 


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