Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 70/2019 - 09.12.2019
DGB-Jugend

Ausbildungsreport 2019: Ein Viertel der Auszubildenden nicht ausreichend auf Digitalisierung vorbereitet

Ein Viertel der Auszubildenden sieht sich nicht ausreichend auf die Anforderungen der Digitalisierung vorbereitet. Das hat der 14. Ausbildungsreport Berlin-Brandenburg ermittelt, den die DGB-Jugend am Dienstag vorgestellt hat. Dabei halten die meisten Digitalisierung und Automatisierung für wichtig oder sehr wichtig in ihrem Beruf. 88 Prozent der angehenden Chemielaborantinnen und -laboranten sind dieser Meinung, 85 Prozent der zahnmedizinischen Fachangestellten und 84 Prozent der Kaufleute im Einzelhandel. Digitalisierung ist der Schwerpunkt des aktuellen Reports, für den 2048 junge Leute zu ihrer Ausbildung befragt wurden.

Nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Auszubildenden (58 Prozent) ist der Auffassung, in der Ausbildung gezielt auf die Nutzung digitaler Technologien vorbereitet zu werden. Auch die digitale Ausstattung der Berufsschulen wird kritisch bewertet. Nur 29 Prozent halten sie für gut oder sehr gut, 35 Prozent für befriedigend und 36 Prozent für nur ausreichend oder sogar mangelhaft. Auf das Thema Datenschutz wurden die meisten hingewiesen, aber immerhin 16 Prozent verneinen das oder antworten mit „weiß nicht“.

Die Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt müssen nach Auffassung des Deutschen Gewerkschaftsbund systematisch in der Ausbildung behandelt und die notwendigen Konzepte und Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden.

Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg:
„Etwa die Hälfte der Schulen in Brandenburg verfügt 2019 immer noch nicht über einen Breitbandanschluss. Damit die Schulen nicht von der laufenden Entwicklung abgehängt werden, muss das Land hier investieren. Angesichts langer Wegezeiten könnten da, wo es sinnvoll ist, digitale Berufsschulklassen eingerichtet werden. In Berlin wurde die technische Ausstattung der Schulen im Rahmen des Digitalpaktes bereits angegangen, aber Themen wie die Instandhaltung der Hardware und Vermittlung bezüglich der Nutzung sind noch nicht ausreichend geklärt. Auch in Software müssen beide Länder investieren: Damit vernetztes Lernen zwischen den einzelnen Schulen möglich wird, empfehlen wir, eine zentrale digitale Lernplattform in öffentlicher Hand zu schaffen. Wir würden sehr begrüßen, wenn Berlin und Brandenburg dabei eine gemeinsame Lösung finden.“

DGB-Bezirksjugendsekretärin Carolin Hasenpusch:
„Die Vorbereitung auf die Nutzung digitaler Technologien muss systematisch in den Lehr- und Ausbildungsplänen verankert werden. Für eine gute Vermittlung an den Berufsschulen kommt es auf die Lehrkräfte an: sie brauchen eine kontinuierliche Weiterbildung. Damit digitale Inhalte an Berufsschulen einheitlich gestaltet werden können, muss eine Koordinierung stattfinden, beispielsweise durch das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg, das für diese Aufgabe finanziell ausgestattet werden müsste.“


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