Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 35/09 - 03.06.2009

Karstadt-Beschäftigte nicht im Regen stehen lassen

In der Wirtschaft darf es nicht nur um den Erhalt von Banken gehen, sondern vor allem um die Sicherung von Beschäftigung:

Die mehr als 50.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Arcandor-Konzerns haben ein Recht darauf, reinen Wein eingeschenkt zu bekommen; auch sie benötigen einen Schutzschirm für Arbeitsplätze und eine berufliche Perspektive, die mehr sein muss als verlängerte Kurzarbeit oder Altersteilzeit. Gerade im Einzelhandel sind die Arbeitsbedingungen nicht immer rosig.

Doro Zinke, stellv. Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg kritisierte in diesem Zusammenhang u.a. die staatliche Förderung des „Geiz-ist-geil“-Prinzips, indem die zügellose Ansiedlung von Geschäfts- und Einkaufszentren gerade in den Innenstädten zugelassen wurde. Der aggressive Verdrängungswettbewerb und das Unterbieten von Preisen und Qualität hätten gerade traditionellen Einzelhändlern und Kaufhäusern das Leben erschwert.

Die Beschäftigten bei Karstadt hätten bereits auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet und in einem bundesweiten „Zukunftspakt“ dem Konzern insgesamt 350 Mio. Euro zugeschustert. Damit sei die Schmerzgrenze erreicht. Auch dramatische Lohnzugeständnisse könnten Missmanagement und Spekulationen nicht ungeschehen machen. Die Führungsspitze habe sich mit ihrem Konzept verrannt. Aber auch die Banken stünden jetzt in der Verantwortung, mit Krediten dem Konzern unter die Armen zu greifen, so die DGB-Vize. Schließlich profitierten sie am meisten von der Hilfe der Bundesregierung.


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