Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 39/09 - 22.06.2009
Bildungsstreik legt Finger in die Wunde:

Deutschland muss mehr in Bildung investieren

Der Exportweltmeister und Hightechstandort Deutschland bleibt bildungspolitisch ein Entwicklungsland: Bei den Bildungsausgaben liegt unser Land unter „ferner liefen“, auf Platz 21 von 28 Industriestaaten; nur 20 Prozent schaffen einen akademischen Abschluss (OECD-Schnitt: 36 %); Weiterbildung bleibt trotz Fachkräftemangel ein ungeliebtes Kind und nur jeder vierte Betrieb stellt noch Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Stattdessen verschärft sich die soziale Auslese im Bildungssystem immer mehr, wird die Ökonomisierung an Schulen und Hochschulen forciert. „Deutschland befindet sich bildungspolitisch in der Sackgasse, wenn es das Bildungssystem nur an den Bedürfnissen der Wirtschaft ausrichtet“, erklärte Doro Zinke, stellv. Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg.

Der DGB unterstützt deshalb den bundesweiten Bildungsstreik 2009.

Die DGB-Vize erneuerte die DGB-Forderung, jährlich mindestens 30 Mrd. Euro in die Bildung zu investieren. Derzeit liegt Deutschland deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Während pro Grundschüler 4.948 $ aufgewendet werden, sind es 6.748 $ pro Kopf an den Gymnasien.

Dabei müsste dank der Pisa-Studien klar geworden sein, wie wichtig gerade die Bildungsanstrengungen an den Grundschulen seien, wo das pädagogische Fundament gelegt werde. Bildung sei ein Menschenrecht, und daher auch ein Stück öffentlicher Dienstleistung. Sie könne gesellschaftliche Schranken überwinden, eröffne Lebensperspektiven und weite nicht zuletzt den geistigen Horizont, so DGB-Vize Zinke.


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