Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 15/2024 - 01.05.2024
1. Mai 2024

40.000 demonstrieren in Berlin für mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit!

41.325 Menschen in Berlin und Brandenburg folgten am 1. Mai dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes zu Demonstrationen, Kundgebungen und Familienfesten in Berlin und Bandenburg. Unter dem Motto „Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit“ forderten sie bessere Arbeitsbedingungen, mehr Tarifverträge und weniger prekäre Beschäftigung.

„Der 1. Mai ist unser Tag – Grund, auch unsere Erfolge zu feiern“, rief Katja Karger, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, bei ihrer Rede den vielen Tausend Kolleginnen und Kollegen bei der Kundgebung am Roten Rathaus in Berlin zu. Sie verwies auf die vielen Neumitglieder, die die DGB-Gewerkschaften in den vergangenen Monaten gewinnen konnten und betont: „Dabei haben die erfolgreichen Tarifauseinandersetzungen eine entscheidende Rolle gespielt. Das war ein hartes Stück Arbeit, aber es hat sich gelohnt“, dankte Karger den Kolleginnen und Kollegen für ihren Einsatz in Verhandlungskommissionen, Betrieben und bei Streiks.

„Über 7000 Tarifverträge wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen“, sagte Karger. „Unsere Kolleginnen und Kollegen in diesen Branchen und Betrieben haben spürbar mehr Geld im Portemonnaie. Mit dieser Stärke gehen wir dieses Jahr in die Tarifrunden für 12 Millionen Beschäftigte. Wir wollen mehr Lohn, mehr Sicherheit und Arbeitszeiten, die zum Leben passen!“

Doch profitierten gerade in Berlin und Brandenburg viel zu wenig Beschäftigte von Tarifverträgen, sagte Karger hinsichtlich der seit Jahren sinkenden Tarifbindung der Unternehmen: „In vielen Branchen fahren Konzerne Milliardengewinne ein. Trotzdem lehnen sie Tarifverträge ab und flüchten aus der Tarifbindung. In Berlin arbeiten nur noch 43 Prozent der Beschäftigten unter dem Schutz eines Tarifvertrags. Nur jeder 10. Betrieb ist tarifgebunden. Das ist ein Skandal und ein Grund, warum in Berlin immer noch so viele Menschen im Niedriglohnsektor arbeiten. Wir brauchen dringend eine Stärkung der Tarifbindung. Das geht nur gegen den Widerstand der Arbeitgeber und mit Leitplanken der Gesetzgebung und der Politik.“

Hohe Tarifbindung und starke betriebliche Mitbestimmung seien zudem wichtige Säulen, damit die Transformation von Wirtschaft und Arbeitswelt gelingt, erklärte Nele Techen, stellvertretende DGB-Bezirksvorsitzende, in ihrer Rede in Eberswalde: „Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Wandel unserer Zeit muss sozial, ökologisch und demokratisch gestaltet und gefördert werden – mit Investitionen in neue Produkte und neue Produktionsweisen, aber auch mit Investitionen in die Beschäftigten. Wir dürfen ihn nicht allein den Marktkräften überlassen.“ Sie begrüßte, dass die Finanzierung der Transformation zum Grünen Stahl in Eisenhüttenstadt gesichert sei und dass PCK weiter unter der Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur bleibe, gab jedoch zu bedenken: „Der Wandel wird nur dann langfristig erfolgreich, wenn die Beschäftigten und die Betriebsräte dauerhaft und umfangreich einbezogen werden. Wir haben ein gutes Beispiel in der Lausitz mit dem Revierwendeprojekt. Solche Strukturen brauchen wir auch in den anderen Regionen Brandenburgs. Nur dann gelingt die Transformation.“

 Eine Übersicht aller Veranstaltungen mit Programm und Redner*innen finden Sie auf unserer Website: https://berlin-brandenburg.dgb.de/1-mai


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