Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 32/2019 - 18.06.2019
Nicht ohne Papiere, keine Zementsäcke schleppen

Worauf Jugendliche beim Ferienjob achten sollten

Wenn am Donnerstag in Berlin und Brandenburg die Schulferien beginnen, ist das für viele Schülerinnen und Schüler auch die Zeit der Ferienjobs. Das Taschengeld aufbessern, Arbeitserfahrungen sammeln. Dabei gelten aber Regeln für die Ferienarbeit. „Gefährliche und schwere körperliche Arbeit ist für Jugendliche verboten“, sagt Carolin Hasenpusch, Abteilungsleiterin Jugend beim DGB Berlin-Brandenburg. „Zementsäcke schleppen, schwere Arbeit im Gartenbau, gefährliche Arbeit auf Gerüsten und mit Gefahrstoffen – das ist im Ferienjob tabu. Außerdem gelten für Jugendliche besondere Schutzregeln für Arbeitszeiten und Pausen.“ Wenn Arbeitgeber gegen Gesetze verstoßen, rät die DGB-Jugend, gemeinsam mit den Eltern dagegen vorzugehen. „Auf jeden Fall sollte jede Schülerin und jeder Schüler nur mit einem Vertrag in der Hand einen Ferienjob beginnen. Der muss vorher abgeschlossen werden und ganz klar Aufgaben, Arbeitszeiten und den Lohn regeln", sagt DGB-Jugendreferentin Hasenpusch.
 

Die Tipps im Einzelnen: 

Verbotene und erlaubte Tätigkeiten: Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt die genauen Bedingungen für Ferienarbeit. Erlaubt sind leichte Tätigkeiten, zum Beispiel Zeitung austragen, Eis verkaufen oder Botengänge. Schwere körperliche oder gefährliche Tätigkeiten sind für Jugendliche verboten. 

Arbeitszeiten: Vom 13. bis einschließlich dem 14. Lebensjahr dürfen Kinder nur mit Zustimmung der Eltern arbeiten – aber nur bis zu zwei, in der Landwirtschaft drei Stunden täglich, und zwar zwischen 8 und 18 Uhr. Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren dürfen maximal vier Wochen im Jahr in den Ferien jobben. Mehr als acht Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche sind dabei nicht erlaubt und der Arbeitszeitraum muss zwischen 6 bis 20 Uhr liegen. Ausnahmen gelten für ältere Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren, die etwa in Gaststätten bis 22 Uhr und in Mehrschicht-Betrieben bis 23 Uhr arbeiten dürfen. 

Pausen: Wer arbeitet muss auch Pause machen. Hier haben unter 18-Jährige bei viereinhalb bis sechs Stunden Arbeit am Tag Anspruch auf mindestens 30 Minuten, bei mehr als sechs Stunden auf 60 Minuten Pause. 

Mindestlohn: Das Mindestlohngesetz gilt auch für Ferienarbeit. Jedoch haben nur Jugendliche ab 18 Jahren den Anspruch auf  9,19 Euro je Stunde. Für unter 18-Jährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt das Mindestlohngesetz leider nicht. Beim Unterschreiben des Arbeitsvertrages sollte man darauf achten, dass der Job legal und fair bezahlt wird. 

Bei Problemen: Wenn Arbeitgeber sich nicht an Gesetze halten, sollte das niemand hinnehmen. Sinnvoll ist, dass die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Eltern dagegen vorgehen. Bei Verstößen gegen Arbeitsschutzgesetze drohen den Arbeitgebern heftige Geldbußen. Die örtlichen Aufsichtsbehörden, das sind die Landesämter für Arbeitsschutz in Berlin und Brandenburg, helfen weiter. 

Für Rückfragen:  Carolin Hasenpusch, Abteilungsleiterin DGB-Jugend (Tel. 030 21240-313, mobil: 0171 6252776, carolin.hasenpusch@dgb.de). 

Mehr Informationen unter: https://jugend.dgb.de/dein-ferienjob 

 


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