Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 36/2019 - 25.07.2019
#StadtLandFair

DGB fordert eine Landesoffensive berufliche Weiterbildung

Digitalisierung fair gestalten

Digitalisierung ändert die Arbeitswelt rasant. „Praktisch jeder Betrieb, praktisch jeder Arbeitsplatz ändert sich“, betont Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg. Allein in den letzten drei Jahren haben 70 Prozent der Brandenburger Betriebe ihre Arbeitsprozesse verändert, hat jüngst die Untersuchung „Arbeit 4.0 in Brandenburg“ ergeben. 

Damit das nicht zulasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geht, fordert der DGB eine Landesoffensive für berufliche Weiterbildung in Brandenburg. „Weiterbildung wird immer wichtiger, damit niemand auf der Strecke bleibt“, sagt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg. Um Beschäftigung in einer rasant sich ändernden Arbeitswelt zu sichern, müsse auch das Land Brandenburg berufliche Weiterbildung stärker fördern. „Tarifverträge sind das beste Regelwerk, aber sie müssen durch gute staatliche Konzepte ergänzt werden“, sagt Hoßbach. 

Die Studie der Wirtschaftsförderung (WFBB) gehe bislang von 27.000 durch Digitalisierung wegfallenden Arbeitsplätzen in Brandenburg aus, die rein zahlenmäßig durch 25.000 neu entstehende fast ausgeglichen würden. „Diese Bilanz wird sich nicht von allein ergeben“, stellt Hoßbach fest. Weiterbildung und Stärkung der Tarifbindung seien notwendig, damit der bislang moderat geschätzte Verlust von Arbeitsplätzen im Zuge der Digitalisierung nicht doch stärker ausfalle. 

„Der digitale Wandel muss demokratisch und fair gestaltet werden“, betont der DGB-Bezirksvorsitzende. „Das Land Brandenburg sollte die Initiative ergreifen und Brandenburger Projekte zur Förderung der Mitbestimmung bei der Weiterbildung und für die Arbeit 4.0 einrichten.“ Die bisherigen Ansätze für Weiterbildung (Beratung und Förderung) sollten deutlich verstärkt werden. Damit die Förderung dem Bedarf in den einzelnen Branchen entspricht, sollte die Landesregierung dabei mit den Gewerkschaften zusammenarbeiten. Insbesondere im Handwerk mit starkem kleinbetrieblichen Anteil gibt es größere Weiterbildungsdefizite. Die Bildungsfreistellung, gesetzlich geregelt in Brandenburg, müsse besser als bisher durch Beschäftigte auch für berufliche Weiterbildung genutzt werden. 

Der DGB fordert bundespolitisch ein Initiativ- und Mitbestimmungsrecht der Betriebs- und Personalräte bei Personalplanung, Beschäftigungssicherung und Qualifizierung. Ein verpflichtender Weiterbildungsplan soll Grundlage für die Freistellung und Finanzierung des Arbeitsgebers bilden. 

Damit Erwerbslose wieder in Arbeit kommen, sind gerade unter den Bedingungen der Digitalisierung größere Anstrengungen notwendig: Weiterbildung während der Arbeitslosigkeit soll darum finanziell besser unterstützt werden. „Wir fordern ein allgemeines Recht auf berufliche Weiterbildung, das mit entsprechenden staatlichen Förderangeboten flankiert wird“, so der DGB-Bezirksvorsitzende.

Quelle: Studie Arbeit 4.0 in Brandenburg, Hg.: Wirtschaftsförderung Brandenburg, S. 88, https://www.wfbb.de/de/download/file/fid/11588).

Digitalisierung

DGB


„Stadt – Land – Fair!“: Unter diesem Motto haben die Gewerkschaften ihre Forderungen an die Landespolitik formuliert. Der DGB vertritt als Dachverband seiner acht Mitgliedsgewerkschaften in der Region über 160.000 Gewerkschaftsmitglieder in Brandenburg.

Unser Forderungspapier: berlin-brandenburg.dgb.de/ltw-dgb

Twitter: #StadtLandFair 


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