Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 42/2020 - 03.06.2020

DGB zu den Arbeitsmarktzahlen im Mai

Zu den Arbeitsmarktzahlen für Mai sagt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg:

"Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung muss auch dem Letzten klargemacht haben, wie notwendig jetzt entschlossene Konjunkturprogramme sind. In Berlin gibt es erstmals seit fünf Jahren wieder mehr als 200.000 Arbeitslose. In Brandenburg ist der Anstieg geringer, aber auch hier ist der Trend eindeutig negativ. 

Notwendig sind schnell wirkende Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft und gleichzeitig mittel- und langfristig Sicherheit vermittelnde Investitionsprogramme. Gerade für die Entwicklung von Berlin und Brandneburg sollten hier Infrastrukturthemen im Mittelpunkt stehen: Breitbandausbau, schnelles Internet, gute Verkehrsanbindungen. Das brauchen wir auch, damit es gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land gibt.

Dass in Berlin und Brandenburg insgesamt für über ein halbe Million Menschen Kurzarbeit angezeigt ist, ist eine erschreckende Zahl. Gleichzeitig beweist sie, wie wirksam dieser Schutz ist: Die Beschäftigten wurden nicht entlassen, die betroffenen Betriebe halten an ihrer Belegschaft fest. Das Kurzarbeitergeld muss jetzt verlängert und erhöht werden – damit gerade Menschen mit kleineren Einkommen über die Runden kommen. Dies wäre auch das am schnellsten umsetzbare und gerechteste Mittel zur Stärkung der privaten Nachfrage.

Sorgen macht uns die Situation in der beruflichen Ausbildung: In Berlin gibt es 15 Prozent weniger Lehrstellen im Angebot als im Vorjahr, in Brandenburg knapp 4 Prozent weniger. Wir fordern die Betriebe dringend auf, weiter auszubilden und die Angebote an die Agenturen für Arbeit zu melden, damit die im Moment deutlich erschwerte Vermittlungsarbeit der Agenturen funktionieren kann. Jugendlichen, die noch eine Ausbildungsstelle suchen empfehlen wir, sich bei den Jugendberufsagenturen über Angebote zu informieren. Ein verlorenes Jahr für die Ausbildung darf es weder für die Jugendlichen noch für die Unternehmen geben."


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Nina Lepsius

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