Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 05/13 - 28.02.2013

Berlin muss Etikett "Hauptstadt erwerbstätiger Armer" loswerden

Auf dem Arbeitsmarkt in der Region Berlin-Brandenburg ist nicht alles Gold, was glänzt. Berlin hat zwar die rote Laterne abgegeben im bundesweiten Vergleich der Arbeitslosenquoten; doch die Langzeitarbeitslosen haben von dem günstigen Jobtrend nicht profitiert. Immer mehr Menschen arbeiten als Geringverdiener, die Zahl der Aufstocker (rd. 200.000 in der Region) nimmt weiter zu. In Berlin zählen bereits 6,7 Prozent der Beschäftigten zu den Aufstockern, in Bayern sind das lediglich 1,2 Prozent. Das Verarmungsrisiko ist in der Hauptstadt damit fünfmal größer als in Süddeutschland.

Ein Zurückdrängen der Aufstocker durch Zahlung fairer Löhne würde die Kassen von Bund und Kommunen entlasten. Berlin muss rd. 400 Millionen Euro pro Jahr für diese Hartz-Leistungen bereitstellen (für sozialversichert beschäftigte Aufstocker). Auf das Etikett „Hauptstadt erwerbstätiger Armer“ zu sein (working poor), könne Berlin gerne verzichten, so die DGB-Vorsitzende von Berlin und Brandenburg, Doro Zinke.

Zinke regte eine kritische Bestandsaufnahme der Hartz-Reform an, von der nicht mehr als eine Grundsicherung übriggeblieben sei. Zudem müsse das West-Ost-Lohngefälle eingeebnet werden. Dreh- und Angelpunkt sei jedoch die flächendeckende Einführung eines Mindestlohns, ansonsten sei weiterhin Armut für viele Beschäftigte programmiert.


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