Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 34/2019 - 11.07.2019
#StadtLandFair

DGB fordert Qualitätssiegel für faire Arbeit im Gastgewerbe

Tourismusboom in Brandenburg: Gute Umsätze, schlechte Arbeit?

Brandenburg ist Urlaubsland und wird immer beliebter – doch der Boom kommt bei Hotelfachfrauen, Köchen, Restaurantfachleuten und anderen Beschäftigten im Gastgewerbe nicht an. Nur jeder zehnte Betrieb ist an einen Tarifvertrag gebunden, der Einkommen und Arbeitsbedingungen regelt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund schlägt deshalb ein Aktionsprogramm des Landes und Qualitätssiegel für gute Arbeit im Tourismus vor, um die Bedingungen für die 30.600 Beschäftigten im Brandenburger Gastgewerbe zu verbessern.

„Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Branche wird häufig durch schlechte Arbeitsbedingungen der Beschäftigten erkauft“, sagt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg. „Arbeitszeiten an Abenden und am Wochenende sind im Gastgewerbe Usus. Darüber hinaus sind Überstunden nicht selten, die Bezahlung hingegen meist bescheiden.“ Viele Auszubildende brechen die Ausbildung aufgrund der Arbeitsbedingungen ab - oder Lehrstellen werden mangels Attraktivität gar nicht erst besetzt.

„Ein Qualitätssiegel für gute Arbeit in Gastronomie und Beherbergungsbetrieben stünde dem Urlaubsland Brandenburg gut zu Gesicht“, sagt Hoßbach. Durch die Berücksichtigung sozialer Kriterien sollten die Qualitätsstandards in der Branche erhöht und gute Praxis belohnt werden. „Gäste würden auch höhere Preise akzeptieren, wenn sie wissen, dass die gute Dienstleistung fair bezahlt wird.“

Der DGB fordert ein „Brandenburgkonzept Tourismus“ von der Landespolitik ein, das auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Branche mitdenkt. „Tarifflucht führt zu einem Unterbietungswettbewerb, der auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird“, sagt Hoßbach. Gute Arbeitsbedingungen und Tarife würden hingegen die Attraktivität der Berufe im Tourismus steigern, die Gewinnung von Fachkräften erleichtern und den Tourismus als wichtige Branche in Brandenburg stärken. Auch arbeitsmarktpolitisch gehört das Thema nach Auffassung des DGB auf die Tagesordnung: „Gerade Hotels, Gaststätten und weitere Betriebe im Tourismus wären wegen ihrer Internationalität wie dafür geschaffen, für Integration von geflüchteten Menschen zu sorgen - aber nur, wenn sie nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden.“

Tourismus in Brandenburg

DBG


„Stadt – Land – Fair!“: Unter diesem Motto haben die Gewerkschaften ihre Forderungen an die Landespolitik formuliert. Der DGB vertritt als Dachverband seiner acht Mitgliedsgewerkschaften in der Region über 160.000 Gewerkschaftsmitglieder in Brandenburg.

Unser Forderungspapier: berlin-brandenburg.dgb.de/ltw-dgb

Twitter: #StadtLandFair 


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