Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 29/2021 - 29.04.2021

DGB Berlin-Brandenburg besorgt: Starker Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit

Der Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach, zu den Arbeitsmarktzahlen für April 2021:

„Auffällig ist der erneute Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. In Brandenburg sind im April 34.905 Menschen langzeitarbeitslos, damit sind 26 Prozent mehr Menschen als im vergangenen April betroffen. In Berlin ist die Zahl an Langzeitarbeitslosen sogar im Vorjahresvergleich um 90 Prozent auf 77.346 Personen gestiegen. Und noch immer sind die Abgänge aus Arbeitslosigkeit seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, wenngleich die Arbeitskräftenachfrage wieder anzieht. Wenn den Betroffenen nicht unverzüglich Angebote in Gute Arbeit, in eine Umschulung oder eine hochwertigen Weiterbildung gemacht werden, besteht die Gefahr, dass sie dauerhaft vom Arbeitsmarkt abgehängt werden oder nach der Pandemie in Niedriglohnjobs gedrückt werden. Wir brauchen jetzt eine Kraftanstrengung, um neue soziale Schieflagen zu verhindern.

Die Agenturen für Arbeit und Jobcenter sind dringend gefordert, die Ingangsetzung sozialer Abwärtsspiralen durch eine offensivere Beratungs- und Weiterbildungspolitik als bislang zu verhindern. Diejenigen, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld demnächst endet, müssen jetzt vorrangig durch die Agenturen für Arbeit beraten werden, um die beruflichen Perspektiven auszuloten. Bislang war das Personal in den Arbeitsverwaltungen schwerpunktmäßig durch die Abwicklung des Kurzarbeitergeldes gebunden.

Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Sozialschutzpaket II bis zum 31. Dezember die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld (Alg I) für all diejenigen, deren Anspruch im Jahr 2020 endete, um drei Monate verlängert. Diese Regelung ist am 31. Dezember 2020 mitten im zweiten großen Lockdown schlagartig ausgelaufen. Nun fallen diejenigen, die nicht schnell genug in den Arbeitsmarkt kommen, auch noch aus dem Schutz der Arbeitslosenversicherung. Der Arbeitsmarkt ist regelrecht eingefroren. Die Bundesregierung sollte deshalb dringend handeln und Arbeitslosengeld I erneut verlängern.“


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