Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 57/12 - 24.10.2012

Minijob-Reform zementiert Niedriglohnsektor

Minijobs führen arbeitsmarktpolitisch in die Sackgasse. Die jetzt anvisierte Anhebung der Einkommensgrenzen für Minijobber durch die Regierungskoalition verschärft die Arbeitsmarktprobleme, zementiert den Niedriglohnsektor und programmiert Armut: Denn jeder dritte Haushalt einer Minijobberin ist von Armut bedroht; neben Frauen sind vor allem Geringqualifizierte betroffen.

Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg appellierte an die Brandenburger und Berliner Bundestagsabgeordneten, dem politischen Vorhaben der Bundesregierung nicht zu folgen. Der DGB setze vielmehr darauf, Beschäftigte aus Minijobs in den regulären Arbeitsmarkt einzugliedern. Zudem müsse vom ersten Euro an der volle Schutz sozialer Sicherung eintreten und eine bessere Alterssicherung erreicht werden. 2/3 der Minijobber würden ihre Arbeitszeit gerne ausdehnen.

Zinke verwies darauf, dass aktuell 134.000 geringfügig Entlohnte in Brandenburg tätig seien; 214.000 existierten in Berlin (im Vgl. Deutschland: 7,28 Mio. Minijobs). Die mangelnde soziale Sicherheit habe insbesondere bei Arbeitslosigkeit und im Alter gravierende Folgen. Minijobberinnen, die ein Jahr tätig sind, erwerben einen monatlichen Rentenanspruch von 3,11 Euro; nach 45 Versicherungsjahren beträgt dieser 139, 95 Euro. Zum Leben zu wenig, so die DGB-Vorsitzende. Sie forderte einen Mindestlohn von 8 Euro 50.


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