Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 55/11 - 31.10.2011

Mehr Lohn und Wertschätzung für Fachkräfte in der Pflege

Die Altenpflege darf nicht länger stiefmütterlich behandelt werden: Es geht vor allem um Fachkräftesicherung, Aufwertung der Tätigkeiten und Umlagefinanzierung durch alle Betriebe im Pflegebereich. Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg, sagte, die notwendige größere Wertschätzung dieser anspruchsvollen und verantwortungsvollen Tätigkeit müsse sich auch in den Gehältern niederschlagen. Die im Frühjahr gestartete Senatsinitiative dürfe nicht versickern.

Rund die Hälfte der im Berliner Pflegebereich Beschäftigten müsse sich derzeit mit 1500 Euro brutto im Monat begnügen. Die Ausbildungsquote liege dramatisch unter der im Sozialbereich üblichen Quote. Zinke plädierte für eine Umlagefinanzierung und die Streichung des Schulgeldes an den Altenpflegeschulen: Warum müsse eine Altenpflegerin rd. 10.000 Euro für ihre Ausbildung investieren, während ein angehender Mediziner von einem Hochschulsystem profitiere, das keine Studiengebühren erhebe?

Die DGB-Chefin forderte, auch der Bund müsse bei der Finanzierung der Umschulung zur Altenpflegekraft ins Boot; nur wenn eine leistungsgerechte Vergütung gesichert sei im Pflegebereich, ließen sich auch hohe Standards einhalten. Das mache diesen Arbeitsbereich für Arbeitnehmer attraktiver und stoppe die Abwanderung von Fachkräften ins Ausland. Geschätzt arbeiten derzeit allein in Berlin 30.000 Pflegekräfte aus Osteuropa illegal.


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