Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 31/2021 - 01.05.2021
Tag der Arbeit 2021 in Berlin und Brandenburg

DGB legt Fokus auf Interessen der Beschäftigten

IG BCE-Chef Vassiliadis für beschäftigungorientierte Transformation

Mit einer Kombination aus Kundgebungen und digitalen Angeboten feierten die DGB-Gewerkschaften den 1. Mai 2021. „Die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen müssen gerade in der Pandemie vertreten werden, und so tragen wir die Ideen für Gute Arbeit, Mitbestimmung, Gerechtigkeit und eine wirklich soziale Marktwirtschaft auf die Straßen und Plätze, aber mit Abstand“, sagte der Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach, am Samstag auf einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin. Mit Blick auf die Berliner Abgeordnetenhauswahlen mahnte Hoßbach, die richtigen Lehren aus der Pandemie zu ziehen. So müsse der Arbeits- und Gesundheitsschutz deutlich aufgestockt werden. Von besonderer Bedeutung seien schnelle und mutige Entscheidungen zur Sicherung der beruflichen Ausbildung. „Es darf keine Generation Corona auf dem Arbeitsmarkt geben“, begründete der DGB-Bezirksvorsitzende die Forderung nach Umlagefinanzierungen in den Branchen.

Für eine beschäftigungsorientierte und sozial eingebettete Transformation der Industriegesellschaft warb der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie und Energie (IGCE), Michael Vassiliadis. Vor rund 300 Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern sagte er: „Wir stehen vor einem Jahrzehnt, in dem nicht nur über die Erreichung der Klimaziele entschieden wird, sondern auch darüber, ob Industriearbeit am Standort Deutschland und in Europa noch ein wesentlicher Faktor bleibt“, sagte Vassiliadis.

Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutzgesetz sei ein Weckruf für die Politik gewesen. Deutschland und Europa bräuchten dringend ein Konzept, wie der Umbau zu einer CO2-freien Wirtschaft mit einem Modernisierungs- und Investitionsschub für den Industriestandort einhergehen und Gute Arbeit für die nächsten Generationen schaffen könne.

Mit Blick auf die Pandemie warnte Vassiliadis vor einer sozialen Spaltung. „Corona trifft die Schwächsten der Gesellschaft am härtesten“, sagte er. Betroffen seien Kinder aus einkommensschwachen Familien, Mütter mit Doppelbelastung aus Homeoffice und Homeschooling, Beschäftigte in prekären Arbeitsverhältnissen, Arbeitnehmer*innen in Branchen und Betrieben ohne Tarifbindung und Mitbestimmung. „Oft werden sie nicht nur miserabel bezahlt, sondern tragen auch noch ein besonders hohes Infektionsrisiko.“

Nachdem die Einkommen Superreicher in der Krise um 20 Prozent gewachsen seien, müssten große Vermögen, Erbschaften und Unternehmen angemessen an der  Finanzierung der Gemeinschaftsaufgaben beteiligt werden, sagte Vassiliadis.

Am Nachmittag bietet der DGB den Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern und ihren Familien ein buntes digitales Programm mit politischen Beiträgen, viel Musik und einigen Diskussionsrunden – zu  verfolgen über die Website des DGB-Bundesvorstands.

 Impressionen vom Tag der Arbeit 2021


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