Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 16/2020 - 18.03.2020
Öffentlicher Dienst in der Corona-Krise

DGB begrüßt Freistellungsregelung für Kinderbetreuung in Berlin – weitere Maßnahmen notwendig, Personalräte unbedingt einbinden

„Beschäftigte, die Kinder betreuen und deshalb ihren Dienst nicht oder nur eingeschränkt leisten können, brauchen organisatorische und finanzielle Sicherheit“, betont Sonja Staack, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg. Der Senat ermöglicht für alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Berlin nun zunächst bis zu 10 Tage bezahlte Freistellung, wenn sie wegen Kita- und Schul-Schließungen zu Hause Kinder betreuen müssen. „Das ist ein wichtiger Schritt zur Absicherung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen“, so Staack.

Der DGB erwarte von allen Dienststellen – auch in Brandenburg – dass sie kurzfristig reagieren und Beschäftigte mit Betreuungsaufgaben auf ihren Wunsch kurzfristig unter Fortzahlung der Bezüge freistellen. Außerdem sind so schnell wie möglich umfangreiche Möglichkeiten für mobiles Arbeiten bzw. Home-Office zu schaffen. „Es darf nicht vergessen werden, auch für Risikogruppen das Arbeiten von zu Hause aus oder – sofern die Arbeit im Home-Office nicht möglich sein sollte – ebenso eine Freistellung zu ermöglichen, damit diese sich keinem unverantwortbaren Risiko aussetzen müssen“, betont die Gewerkschafterin.

Sonja Staack rief alle Dienststellen dazu auf, in der Krise auf keinen Fall die Mitbestimmungsrechte der Personalräte zu untergraben. „Die Personalräte werden in der Krise nicht weniger, sondern umso mehr gebraucht“, betont die stellvertretende DGB-Vorsitzende. Die Dienststellen sollten sie in ihrer Arbeit unterstützen, zum Beispiel indem sie größere Sitzungsräume zur Verfügung stellen, damit ein Mindestabstand zwischen den Sitzungsteilnehmer/innen eingehalten werden kann. 


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