Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 28/2021 - 28.04.2021
Arbeits- und Gesundheitsschutz

28. April: Gewerkschaften gedenken der Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten – Corona schuf neues Bewusstsein für Gefahren am Arbeitsplatz

Am Internationalen Workers’ Memorial Day, dem 28. April, gedenken die Gewerkschaften weltweit der Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. „Die Corona-Pandemie hat ein neues Bewusstsein für Gesundheitsgefahren geschaffen, auch für die am Arbeitsplatz. Wir erwarten von allen Unternehmen, den Arbeits- und Gesundheitsschutz mit höchster Priorität zu behandeln und ihrer gesetzlich verankerten Fürsorgepflicht nachzukommen“, sagte der DGB-Vorsitzende von Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach, am Mittwoch. Dies müsse künftig häufiger kontrolliert werden. Die jüngsten Änderungen des Arbeitsschutzkontrollgesetzes erforderten eine erhebliche personelle Verstärkung der zuständigen Arbeitsschutzbehörden. Die Kontrollen müssten bis 2026 verdoppelt werden.

„In Zeiten hoher Infektionszahlen ist es besonders wichtig, dass die Unternehmen ihre Beschäftigten schützen und Ansteckungsgefahren in ihrem jeweiligen Bereich so weit es geht ausschalten – über regelmäßige Testangebote, medizinische Masken, Hygienestandards und flexible Angebote, außerhalb der Firma mobil zu arbeiten“, so der Gewerkschafter. Eine hohe Bedeutung hätte in diesem Zusammenhang das Mitspracherecht der Personal- und Betriebsräte. „Wo sie existieren, ist der betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz besser aufgestellt“, sagte Christian Hoßbach.

Besonders in der Bau-, Land- und Forstwirtschaft oder der Gebäudereinigung und vielen Handwerksberufen sei Heimarbeit nur im Ausnahmefall möglich. Das gleiche gelte für Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte sowie die große Gruppe der Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegesektor. Wer in diesen Branchen arbeite, sei sehr mobil und trage grundsätzlich ein höheres Unfallrisiko – etwa durch Ansteckung mit Krankheiten, Autounfälle auf dem Weg zur und von der Arbeitsstelle, Stürze von Gerüsten oder Verletzungen mit Häckslern.

Wie die vorläufige Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) für 2020 zeigt, hat die Corona-Pandemie das Unfall- und Erkrankungsgeschehen bei der Arbeit deutlich beeinflusst. Während die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle um 20 Prozent zurückging, nahmen die Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit um 32 Prozent zu, teilte die DGUV mit.

Nach den Berechnungen der DGUV sank die Zahl der Arbeitsunfälle 2020 gegenüber dem Vorjahr um 12,8 Prozent. Noch deutlicher fiel der Rückgang bei den Wegeunfällen aus: Auf dem Weg zur Arbeit oder wieder nach Hause ereigneten sich 152.773 Unfälle, das sind 18,2 Prozent weniger als 2019.

Die Zahl der Beschäftigten, die auf ihrem Weg zur oder von der Arbeit einen tödlichen Unfall erlitten, ging um 75 Fälle auf 234 zurück. Die Zahl derjenigen, die bei einem Arbeitsunfall starben, verringerte sich um 20 Prozent: von 497 in 2019 auf 397 im Jahr 2020.


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