Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 34/2020 - 29.04.2020
DGB zu den Arbeitsmarktfolgen durch Coronakrise

Kurzarbeit hilft: Jetzt Beschäftigung weiter sichern

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen erklärt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Bezirks Berlin-Brandenburg:

„Die Arbeitsmarktzahlen unterstreichen, wie wichtig die Kurzarbeit als Damm gegen einen sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit ist. In Berlin ist für 337.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet, in Brandenburg für 209.000. Zusammen mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit sind das die erwarteten heftigen Wirkungen der Corona-bedingten Einschränkungen auf die Wirtschaft.

Gerade weil die Kurzarbeit diese Leistungsfähigkeit zeigt, muss sie stabilisiert werden – die Dämme müssen fester und höher gebaut werden. Die Gewerkschaften haben sich gegenüber der Politik massiv dafür eingesetzt, das Kurzarbeitergeld anzuheben, damit es auch über etliche Monate trägt. Die Auswertungen der Kurzarbeitsanzeigen machen deutlich, dass anders als in der Krise 2008/2009 Dienstleistungsbereiche stark betroffen sind. In diesem Bereich arbeiten aber viele Teilzeitbeschäftigte mit eher geringen Einkommen. Für sie sind Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld nach wie vor dringend nötig.

Die Arbeitslosigkeit ist in Berlin stärker, in Brandenburg etwas schwächer als im Bundesschnitt gestiegen. Das unterstreicht die heftigen Einschläge besonders in den kleinteilig strukturierten Dienstleistungsbereichen, speziell im Tourismus und in der Gastronomie. Die Anzeigen für Kurzarbeit wiederum sind in der ganzen Region eher unterdurchschnittlich, was durch den geringeren Anteil von Großbetrieben zu erklären ist, die anderswo für zehntausende Beschäftigte gleichzeitig Kurzarbeit anzeigen.

Jetzt muss alles dafür getan werden, um zu verhindern, dass sich die steigende Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit verfestigt. Dazu zählt sowohl die Vorbereitung einer Weiterbildungsoffensive als auch die Investition in neue Ausbildungsplätze. Außerdem kämpfen wir auch für den Erhalt bestehender Ausbildungsplätze. Jeder braucht eine Chance, auch nach der Krise am Arbeitsmarkt in Guter Arbeit wieder Fuß zu fassen.“


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Nina Lepsius

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