Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 54/2021 - 31.08.2021
Arbeitsmarktzahlen

DGB: Belebung der Arbeitskräftenachfrage jetzt für Fachkräftesicherung durch Gute Arbeit nutzen

Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, zu den Arbeitsmarktzahlen für August 2021:

Gut eineinhalb Jahre nach Ausbruch der Pandemie hat in Brandenburg der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit den Wert des Allzeithochs vom März 2019 erreicht. Auch in Berlin geht es mit der Arbeitskräftenachfrage wieder bergauf, wenngleich auf niedrigerem Niveau als vor der Pandemie. Die grundsätzlich positive Dynamik setzt sich auch bei den Arbeitslosenzahlen fort.

„Mit der Meldung von neuen Stellen öffnen sich für die Menschen in Arbeitslosigkeit wieder neue Chancen. Jetzt kommt es darauf an, diese Chancen mit dauerhaften Perspektiven auf Gute Arbeit statt mit Leiharbeit und Minijobs zu verknüpfen und insbesondere Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit und mit geringer Qualifikation nicht abzuhängen. Für die Fachkräftesicherung im Verflechtungsraum Berlin-Brandenburg brauchen wir alle Potentiale. Zentraler Schlüssel ist die Weiterbildung. Aber wir stellen zum wiederholten Male fest, dass die Weiterbildungsförderung noch immer unter der Pandemie leidet. Der DGB erwartet ganz klar, dass im Herbst mehr in die Weiterbildungsförderung von Arbeitslosen, aber auch von Beschäftigten investiert wird. Insbesondere Langzeitarbeitslose brauchen unverzüglich ein Angebot für Beratung und Weiterbildung, um die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten“, sagte Christian Hoßbach.

Darüber hinaus sieht der DGB aber auch die Notwendigkeit, das Bewusstsein für Gute Arbeit zu verbessern. Gerade die Leiharbeit gehöre zu den Branchen, die im Stellenindex der BA vor allem in Brandenburg vorne mit dabei sind. „Leiharbeit birgt für die Betroffenen viele Risiken. Die Agenturen für Arbeit sollen die Beschäftigten in Leiharbeit flankierend unterstützen, um einen Drehtüreffekt auszuschließen. Aber auch auf die neue Bundesregierung wird es ankommen, den Einsatz von Leiharbeit zu regulieren“, sagte Hoßbach. „Ähnlich sieht es mit den Minijobs aus. Hier hat die Pandemie gezeigt, dass Minijobs ausgedient haben. Der fehlende soziale Schutz und die Minilöhne sind kein Zukunftsmodell. Aber nur mit einer bundesweiten Regelung zur Einführung der Sozialversicherungspflicht ab der ersten Arbeitsstunde hilft gegen neuen Aufwuchs an Minijobs.“

Die Anzahl an Minijobber:innen im gewerblichen Bereich ist zuletzt im Juni 2021 im Vorjahresvergleich in Berlin wieder um 4,4 Prozent gewachsen, in Brandenburg um 2,1 Prozent. Alleine im Vergleich zum letzten Quartal gab es einen Aufwuchs um 7,4 Prozent jeweils in beiden Bundesländern.

 


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