Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 55/2021 - 30.09.2021
Arbeitsmarktzahlen

Jetzt die Chance für einen echten sozial-ökologischen, digitalen Wandel mit Guter Arbeit nutzen

Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, nach der Bundestagswahl und der Wahl des Abgeordnetenhauses zu den Arbeitsmarktzahlen für September 2021:

Die neuen Arbeitsmarktzahlen zeigen: Zu der Spätphase der Corona-Krise geht es am Arbeitsmarkt weiter bergauf. In Brandenburg ist das Vor-Corona-Niveau erreicht. In Berlin ist die Arbeitslosenquote weiter gesunken, liegt aber noch 1,5 Prozentpunkte über dem Wert vom März 2020. Nach wie vor kritisch ist, dass eine hohe Anzahl an Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen ist. In Berlin und Brandenburg waren im September über 46.000 mehr Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als im März 2020.

„Wenn wir nach der Pandemie den Arbeitsmarkt in unserer Region langfristig stabilisieren wollen, sind die Parteien sowohl auf Bundesebene als auch in Berlin gefordert, die Chancen für einen echten Wandel hin zu mehr Klimaschutz und der Transformation der Wirtschaft jetzt auch zu nutzen und dabei die Beschäftigten, aber auch die künftigen Fachkräfte in den Mittelpunkt zu stellen. Wir brauchen ein Jahrzehnt mit Investitionen in Klimaschutz, Ausbildung, Gute Arbeit und einen starken Sozialstaat“, sagte Christian Hoßbach.

„Die Transformation der Wirtschaft gelingt nur mit gut aus- und weitergebildeten Fachkräften und Guter Arbeit. Gerade beim Thema Gute Arbeit sehen wir dringenden Handlungsbedarf. Der vor wenigen Tagen veröffentlichte  Niedriglohnreport zeigt die dringende Notwendigkeit der Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro, für mehr Tarifschutz und die Abschaffung des Befristungsmissbrauchs. Insbesondere ist es aber auch endlich an der Zeit, die Minijobs für mehr sozialen Schutz zu reformieren“, so Christian Hoßbach weiter. Aus dem letzte Woche veröffentlichten Niedriglohnreport geht hervor, dass in den Jahren 2017-2019 in Berlin pro Jahr durchschnittlich 375.000 Menschen zu einem Stundenlohn unter 11,13 Euro arbeiteten. In Brandenburg waren es im Schnitt pro Jahr rund 280.000 abhängige Arbeitnehmer:innen. Das entspricht einem Anteil an 24,3 % an den abhängig Beschäftigten in Berlin und an 27,7 % an den abhängigen Beschäftigten in Brandenburg.


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