Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 10/14 - 13.03.2014
Mängel an allen Ecken:

DGB-Jugend klärt bei Berufsschultour über "Gute Ausbildung" auf

Jeder vierte Auszubildende wird regelmäßig zu Überstunden angehalten, zwei Drittel der Jugendlichen müssen sogar ausbildungsfremde Tätigkeiten wie Rasenmähen oder Autowaschen ausführen, 25 % haben nicht einmal einen Ausbildungsplan: Es herrscht also viel Aufklärungsbedarf über die Rechte während der Lehre in Berlin und Brandenburg.

Ab dieser Woche werden rd. 15 Oberstufenzentren in Berlin und Brandenburg besucht, um über betriebliche Mitbestimmung und gewerkschaftliche Interessenvertretung zu informieren: Eine Erkenntnis aus der jahrelangen empirischen Arbeit mit Auszubildenden lautet, wo Betriebsräte existieren, achtet jemand auf die Qualität der Ausbildung und kümmert sich auch um die Rahmenbedingungen. Deshalb dient die Berufsschultour, die erstmals 2002 stattfand, auch dazu, für die Wahlen zu den Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) im Herbst zu werben; zu den derzeit im Lande stattfindenden Betriebsratswahlen sind Auszubildende ab 18 Jahren wahlberechtigt: Die JAV bildet gewissermaßen die „Jugendabteilung“ eines Betriebsrats und kann auch nur da ins Leben gerufen werden, wo bereits eine betriebliche Interessenvertretung existiert.

Da aber nur jeder zweite Auszubildende in einem Unternehmen mit Betriebsrat arbeite, bleibe noch viel zu tun, um die Beschäftigten zu motivieren, eine Interessenvertretung zu organisieren, so Christin Richter, DGB-Jugendsekretärin für Berlin und Brandenburg. Nur 15 Prozent der Betriebe in der Region bildeten noch aus. Dazu komme, so die DGB-Jugendsekretärin, dass die Ausbildungsbedingungen oftmals zu wünschen übrig ließen. Gleichzeitig wachse jedoch die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Hier seien Unternehmer und Ausbilder gefordert, die bestmögliche Qualifizierung zu gewährleisten, damit die jungen Menschen fit seien für den Arbeitsmarkt.


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Nina Lepsius

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