Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 16/09 - 26.02.2009

DGB mahnt: Weiterbildung lautet das Gebot der Stunde

Angesichts der jüngsten Arbeitsmarktzahlen mahnte der DGB, Weiterbildung ernster zu nehmen als Instrument im Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung.

Die Philosophie, qualifizieren statt zu entlassen, müsse in die Köpfe hinein, damit Betriebe in der angespannten Situation keinen personellen Kahlschlag betrieben. Personalentwicklung und Weiterbildung würden leider auch in Brandenburger Betrieben stiefmütterlich behandelt. Das werde sich rächen, nicht zuletzt wegen des sich abzeichnenden Fachkräftebedarfs und der Abwanderung gerade junger und qualifizierter Frauen. Nur jeder zweite Betrieb betreibe aktive Personalplanung; durchschnittlich werde für jede Qualifizierung lediglich 237 Euro pro Kopf aufgewandt. Brandenburgs Betriebe besäßen in Ostdeutschland die schwächste Weiterbildungsquote.

Doro Zinke, stellv. Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg, verwies darauf hin, dass bis 2030 die Zahl der jüngeren Berufseinsteiger um 44 Prozent sinken werde. Mit der Politik, Jüngere nicht einzustellen und gleichzeitig Ältere in den Vorruhestand zu schicken, lähmten sich die Unternehmen selbst.

Zinke sagte, die Beschäftigten gäben den Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Betrieb schlechte Noten: laut DGB-Index „Gute Arbeit“ erreiche er nur 57 von 100 möglichen Punkten. Weiterbildung auch im Alter müsse einen höheren Stellenwert erhalten. Wer erfahrene und kompetente Mitarbeiter aufs Abstellgleis schiebe, beraube sich einer wichtigen Ressource. Nur mit gut ausgebildetem und gut bezahltem Personal ließen sich auch neue Kompetenzfelder erschließen. Frauen nutzten eher die Chancen der Bildungsexpansion und überholten die Männer auf vielen Ebenen der Qualifizierung.


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