Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13/2020 - 13.03.2020
Corona-Pandemie in Brandenburg

DGB zum Umgang der Brandenburger Politik mit Corona-Pandemie

Zum Umgang der Brandenburger Politik mit der Corona-Pandemie sagt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg:

„Es ist wichtig, dass Brandenburg klare Entscheidungen zum Abbremsen der Infektionen trifft. Die Gewerkschaften sind als Partner dabei, wenn es um eine gute und gerechte Umsetzung von Maßnahmen zum Infektionsschutz geht, die die Arbeitswelt betreffen. Betriebs- und Personalräte sind zentrale Ansprechpartner, Mitbestimmung hat sich im Management verschiedener Krisensituationen bewährt.

Vordringlich ist, dass die kritische Infrastruktur etwa des Gesundheitssektors, der Polizei und Feuerwehr, funktionsfähig bleibt. Die Schließung von Schulen auch in Brandenburg ist nur eine Frage der Zeit. Darum ist es wichtig, dass es im Bedarfsfall Notfallbetreuungen für Kinder von Beschäftigten aus den betroffenen Berufsgruppen gibt. Diese Kinderbetreuung sollte freiwillig von gesunden und belastbaren Erzieherinnen und Erziehern übernommen werden. Wir möchten an alle Arbeitgeber appellieren, nach Kräften mitzuziehen. Wenn etwa die Mutter eines Kindes als Ärztin unabkömmlich ist und der Vater nicht in einem systemrelevanten Bereich arbeitet: Ermöglichen Sie, dass Ihr Mitarbeiter sein Kind betreut und damit das Funktionieren unserer Gesundheitsversorgung unterstützt.

Geschlossene Schulen und Kitas werden darüber hinaus alle Beschäftigten mit Kindern vor große Herausforderungen stellen. Unternehmen sollten deshalb Eltern faire Lösungen anbieten, damit die Corona-Welle nicht zu existenziellen Nöten führt. In vielen Bereichen ist Home-Office organisatorisch möglich. Wo das nicht geht, können gemeinsam mit Interessenvertretungen andere Wege gefunden werden.

Die gesundheitliche Krise hat bereits heftige Folgen für die Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsentwicklung. Hierzu sind die auf der Bundesebene getroffenen Verabredungen hinsichtlich Kurzarbeitergeld, Investitionen und Liquiditätshilfen sinnvoll. Dabei ist zu berücksichtigen, dass besonders betroffene Branchen wie der Tourismus durch niedrige Löhne und schlecht ausgeprägte Sozialpartnerschaft geprägt sind. Hier werden sehr viele Minijobberinnen und Minijobber, Teilzeitbeschäftigte, Mindestlohn-Beschäftigte und erst recht Soloselbständige binnen kürzester Zeit in soziale Notlagen geraten. Ämter müssen auf steigende Fallzahlen vorbereitet sein, Unterstützungsangebote gerade für diese Gruppen müssen bereitgehalten werden.“


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Nina Lepsius

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