Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 23/14 - 15.05.2014

Mindestlohn für Jugendliche: IHK lenkt vom Problem Ausbildungsplätze ab

Die These der Berliner IHK, der Mindestlohn halte viele Jugendliche davon ab, eine Ausbildung zu beginnen, wird auch durch abermalige Wiederholung nicht stichhaltiger. Nach DGB-Untersuchungen befinden sich mehr als 90 Prozent der 15-19jährigen Jugendlichen in einer schulischen, beruflichen oder universitären Ausbildung.

„Junge Menschen denken langfristig, denn sie wissen, dass sie ohne Qualifizierung oft nur prekäre Beschäftigung finden können“, erklärte die DGB-Jugendsekretärin des Bezirks Berlin und Brandenburg, Christin Richter. 21 Prozent der Beschäftigten in Berlin müssten bereits im Niedriglohnsektor arbeiten, zum großen Teil mit Sozialhilfe als Aufstockung. Die IHK versuche ein bekanntes Ablenkungsmanöver, da nur noch 13,5 Prozent der Berliner Betriebe überhaupt ausbildeten. Die IHK sei gut beraten, ihre Energien zu aktivieren, damit die Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft wachse. Denn angeblich gebe es ja einen Fachkräftemangel.  Nach wie vor existierten in der Hauptstadt mehr ausbildungssuchende Jugendliche als Ausbildungsplätze. Darüber hinaus würden seit Jahren Tausende junger Menschen in sog. „Maßnahmen des Überganssystems“ geparkt, denen eine Berufsperspektive bislang verschlossen blieb.

Nach Untersuchungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) gebe es keine Hinweise darauf, dass ein Mindestlohn für Jugendliche Beschäftigungsauswirkungen habe; zudem halte der DGB an seiner Position fest, dass es keine Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn geben dürfe, die das Gesetz aushöhlten. Christin Richter wies auch auf den Aspekt hin, wonach Sonderreglungen beim Mindestlohn, die sich nach dem Alter richteten, eine Form der Altersdiskriminierung sei.


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