Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 16/19 - 15.03.2019

Equal Pay Day am 18. März: Frauen verdienen auch in Berlin immer noch weniger

Sonja Staack (DGB): Schlechte Bezahlung sozialer Berufe ist handfeste Diskriminierung

„Die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern scheint in Beton gegossen. Dabei ist klar, was für gleichere Bezahlung getan werden muss“, sagt Sonja Staack, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg zum unveränderten Gender Pay Gap. Bundesweit verharrt der geschlechtsspezifische Unterschied in der Bezahlung bei 21 Prozent, auch in Berlin gibt es bei einer Lücke von 14 Prozent keine Verbesserung.

Anlässlich des Equal Pay Day fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund eine deutliche Aufwertung von Berufen, die überwiegend Frauen ausüben.

Die unterschiedliche Bezahlung in männer- und frauendominierten Branchen und Tätigkeiten ist ein wichtiger Grund für die geschlechtsspezifische Entgeltlücke. „Soziale Berufe sind nach wie vor unterbezahlt, auch das ist handfeste Diskriminierung“, sagt Staack. „Die Antwort darauf muss eine deutliche Aufwertung von Arbeit etwa in Erziehung, Bildung und Gesundheit sein.“

Zur Bekämpfung der Entgeltlücke fordert der DGB deutlich mehr Bindung an Tarifverträge –diese gelten in Berlin für nur 46 Prozent der Beschäftigte, deutlich unter Bundesdurchschnitt: „Wo Tarifverträge gelten, ist der Lohnabstand zwischen Frauen und Männern deutlich geringer“, erläutert Staack. Gleichzeitig seien die Verdienste insgesamt höher als ohne Tarifvertrag. „Wir brauchen viel mehr Arbeitgeber, die sich in Verhandlung mit den Gewerkschaften an Tarifverträge binden und sich damit auf klare Regeln für die Bezahlung verpflichten. Davon profitieren besonders Frauen. Auch Krankenhäuser, Kita-Träger und Sozialunternehmen müssen in die Puschen und an den Verhandlungstisch kommen, wenn sie Fachkräfte gewinnen und binden wollen.“ Außerdem fordert der DGB, dass Tarifverträge leichter für allgemeinverbindlich erklärt werden können und damit für alle Arbeitgeber der Branche gelten.

Hintergrund:
Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. In diesem Jahr ist das der 18. März.

Der DGB ruft anlässlich des Equal Pay Day für den 18. März, 10 Uhr, unter dem Motto „Recht auf mehr!“zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor auf.

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Nina Lepsius

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