Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 56/2021 - 07.10.2021
Welttag für menschenwürdige Arbeit

Gute Arbeit muss endlich zum Normalfall werden

Zum Welttag für menschenwürdige Arbeit erklärt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg:

„Menschenwürdige Arbeit, seit 1948 Kernbestandteil der UN-Menschenrechtskonvention, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Aber in der Realität sind die Probleme auch im Jahr 2021 riesig. Darauf machen Gewerkschaften weltweit am 7. Oktober aufmerksam. Auch im reichen Deutschland müssen wir auf Probleme hinweisen und tun dies an jedem 7. Oktober, dem Welttag für menschenwürdige Arbeit. Allein in Berlin und Brandenburg arbeiten rund 650.000 Menschen im Niedriglohnbereich. Das ist keine krasse Menschenrechtsverletzung, um Aufregungen im Arbeitgeberlager gleich vorzubeugen. Aber von Würde kann leider keine Rede sein: Diese 650.000 Kolleginnen und Kollegen in unserer Region verdienten in den Jahren 2017-2019 weniger als 11,13 Euro pro Stunde. Illegale Beschäftigung und systematische Arbeitsausbeutung insbesondere von Migrant:innen sind am Bau, in der Leiharbeit oder in der Gastronomie weiterhin an der Tagesordnung, da gibt es nichts zu beschönigen. Auch in Privathaushalten arbeiten Arbeitskräfte oftmals zu besonders prekären Bedingungen. Und auf gewerkschaftliche Organisierung wird viel zu häufig mit Union Busting reagiert. Man denke nur an die gerade aktuell ausgesprochene Kündigungswelle beim Lieferdienst Gorillas, die ganz offensichtlich Interessenvertretungsarbeit torpedieren soll. Es macht Hoffnung, dass gerade jetzt in vielen Branchen die Beschäftigten Mut fassen, sich zu organisieren und für die eigenen Interessen einzustehen. Öffentlichkeit und Politik sollten ihnen dabei den Rücken stärken. Gute Arbeit muss deshalb für die Bundesregierung,  für den neuzubildenden Berliner Senat und die Brandenburger Landesregierung ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Gute Arbeit ist ein Menschenrecht, das sollte als Begründung genügen. Aber wir können hinzufügen: Ohne gute Arbeit wird es keine Fachkräftesicherung geben und auch keine gelingende Transformation. Die Bundespolitik muss jetzt ein klares Zeichen setzen, zügig eine fortschrittliche Regierung bilden und den Mindestlohn schnell auf 12 Euro erhöhen. Von der Landespolitik erwarten wir die strategische Bearbeitung des Zieles Gute Arbeit quer durch die Ressorts, egal ob es um Tourismus geht, um Krankenhäuser oder um Elektromobilität.“

Zum Welttag für menschenwürdige Arbeit finden auch in Berlin und Brandenburg zahlreiche Veranstaltungen statt, unter anderem

-          In Berlin mit der Autorin Julia Friedrich („Working class“) und DGB-Bundesvorstandsmitglied Stefan Körzell, Informationen:
           http://www.dgb.de//@@canonical?coid=244b7b83-f807-5d02-aed3-3ed5b4b1fd9b

-          in Brandenburg a.d.H. auf dem Neustädter Markt mit Ausgabe von Suppe von 11-14 Uhr,

-          an den Bahnhöfen Hennigsdorf und Falkensee mit Verteilaktionen am Morgen

Das Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit BEMA (angesiedelt bei Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg e.V.) nutzt den Tag für menschenwürdige Arbeit für eine Aktion in Kooperation mit der IGBAU auf Berliner Baustellen. Berichterstattung hierzu über BEMA (@BEMA_Berlin) / Twitter

 


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