Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 51/2021 - 15.07.2021
Corona/Minijobs

Tausende Minijobs in Berlin und Brandenburg sind Opfer von Corona – DGB fordert Minijob-Reform: „Die Krise ist ein Alarmsigna

Ende 2020 gab es in Berlin 193.000  Minijobberinnen und Minijobber. Das sind rund  23.500  weniger als im Jahr davor. In Brandenburg nahm die Zahl der Minijobberinnen und Minijobber um 6.600 Personen ab und liegt nun bei 120.000. Vor allem in der Gastronomie, in privaten Haushalten und in der Leiharbeit war ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen. Das bedeutet: Tausende Menschen in Berlin und Brandenburg haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.

„Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als Restaurants, Läden und Schulen dicht machen mussten“, sagte Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg. Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder  Kurzarbeiter- noch  Arbeitslosengeld. Vielen bleiben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung.

„Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein“,  kritisierte Hoßbach.

„Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden“, forderte Hoßbach.

Wegen der gravierenden Nachteile für Beschäftigte kritisiert der DGB seit langem das „System Minijob“ und streitet für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung.

 


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