Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 30/2019 - 13.05.2019

DGB zu Berliner Mietspiegel: Steigende Mieten bleiben ernsthafte soziale Bedrohung

Zur heutigen Vorstellung des neuen Mietspiegels für Berlin sagt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg:

„Die Mieten steigen weiter – nur etwas langsamer. Das ist beileibe keine Entwarnung für die angespannte Wohnungssituation in Berlin. Die steigenden Mieten sind eine ernsthafte soziale Bedrohung für durchschnittlich verdienende Beschäftigte. Die von den Gewerkschaften ausgehandelten Lohnerhöhungen werden von den Mieten weitgehend aufgefressen. Viele Menschen zahlen mehr Miete, als sie sich eigentlich leisten können: 44 Prozent der Haushalte in Berlin geben schon für die Kaltmiete mehr als 30 Prozent des Einkommens aus, in Potsdam sind es 42 Prozent. Bevölkerungsboom, Immobilienspekulation und niedrige Einkommen kommen in der Region zu einer giftigen Mischung zusammen. Wir fordern darum, dass die Landespolitik in Berlin und Brandenburg alle rechtlichen Instrumente ausschöpft, um die Exzesse auf dem Wohnungsmarkt zu bekämpfen und genauso konsequent den Neubau bezahlbarer Wohnungen voranbringen. Lofts mit drei Zimmern auf 150 Quadratmetern, wie sie innerhalb des S-Bahnrings aus dem Boden sprießen, entlasten den Mietmarkt nicht, sondern sind Teil des Problems -  weil sie wertvolle Flächen verschwenden und den Mietspiegel nach oben drücken.“


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