Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 19/2021 - 31.03.2021
DGB Bezirk fordert Weiterbildungsoffensive

Beschäftigung sichern, Strukturwandel gestalten, der Krise standhalten

„Die Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg weiterhin. Waren für Dezember 2020 noch 176.000 Beschäftigte in Kurzarbeit ausgewiesen gehen die DGB-Gewerkschaften unter Berücksichtigung der coronabedingten Einschränkungen aktuell von mindestens 250 000 Kurzarbeitenden aus.“  Diese Flexibilität zu halten sei wesentlich, damit der Arbeitsmarkt keine Negativentwicklung nehme. Die Warnung hat einen Hintergrund: „Heute bereits sind 300 000 Arbeitslose in Berlin und Brandenburg gemeldet. Das ist fast ein Drittel mehr als vor einem Jahr“, sagte Christian Hoßbach.

Die Pandemie belaste Wirtschaft und Arbeitsmarkt jetzt schon mehr als ein Jahr. Dies habe unter anderem eine massiv gestiegene Langzeitarbeitslosigkeit zur Folge gehabt. Besonders betroffen sei Berlin, wo mit einem Plus von 92 Prozent beinahe eine Verdopplung verzeichnet wird. „Ihre Zahl wird voraussichtlich noch weiter steigen, denn bei einer andauernden Krise wird zugleich das Angebot an Arbeitsplätzen weiter zurückgehen“, warnte der DGB-Vorsitzende von Berlin und Brandenburg.

„Wir fordern deshalb von der Arbeitsagentur eine Qualifizierungsoffensive für die Menschen, die sie betreut. Aber wir registrieren im Gegenteil, dass die Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen quer durch alle Bereiche in Berlin und Brandenburg um mehr als 20 Prozent gesunken ist. Es muss dringend gehandelt werden, denn zugleich läuft für viele, die ihre Arbeit zu Beginn der Pandemie verloren haben und seitdem Arbeitslosengeld I beziehen, derzeit der Versicherungsschutz aus. „Der DGB Berlin-Brandenburg fordert von den Agenturen für Arbeit, die Betroffenen jetzt zeitnah in Gute Arbeit zu vermitteln oder ihnen ein konkretes Angebot zur Qualifizierung zu machen. Damit würden sie ihre Beschäftigungsfähigkeit behalten und ihre Chance auf neue Arbeit verbessern“, sagte Hoßbach. „Eine solche Weiterbildungsoffensive in der Arbeitslosenversicherung verhindert, dass strukturell bedingte Langzeitarbeitslosigkeit entsteht, und sie schützt viele Menschen vor einem schnellen Übertritt ins Hartz-IV-System.“

Die neuesten Zahlen zum Wirtschaftswachstum unterstreichen zusätzlich, wie wichtig Qualifizierung ist: Denn die wirtschaftliche Dynamik in der Region ist nicht gebrochen. Ist die härteste Phase der Pandemie überstanden, wird es sehr schnell wieder große Nachfrage nach Fachkräften geben“, sagte Christian Hoßbach. 

In diesem Zusammenhang forderte Hoßbach besonders die Unternehmen in Berlin dringend auf, ihre Ausbildungsplatzangebote aufrechtzuerhalten und noch eine Schippe draufzulegen. „In Berlin fehlen mindestens 4 000 Ausbildungsplatzangebote. „Es ist kein Trost, dass in Brandenburg das Angebot zahlenmäßig für die dortigen Bewerberinnen und Bewerber ausreicht. Natürlich gibt es für den einen oder anderen Berliner Bewerber auch gute Perspektiven in Brandenburg, aber das ist ganz sicher keine Patentlösung für den Berliner Ausbildungsmarkt, die in der Breite hilft“, betonte Hoßbach.

Kontakt über Bezirkspressestelle, Tel.: 030 21240-131


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